KI
Claude Sonnet 5.5: Neuerungen, Kosten und Praxistest gegen Opus 5.5
Claude Sonnet 5.5 ist das neue Alltagsmodell von Anthropic. Es soll schneller und sparsamer arbeiten als Sonnet 5 und in mehreren Tests fast an Opus 5.5 heranreichen.
Doch reicht Sonnet 5.5 wirklich für die meisten Aufgaben, und wann lohnt sich Opus trotzdem?
Hier erfährst Du, was Claude Sonnet 5.5 besser kann als sein Vorgänger. Und mit welcher Einstellung Du gute Ergebnisse bekommst, ohne Dein Limit unnötig schnell aufzubrauchen.
Dazu haben wir Sonnet 5.5 und Opus 5.5 im direkten Praxistest dieselben drei Alltagsaufgaben lösen lassen: eine PowerPoint-Präsentation, eine E-Mail und eine Excel-Tabelle mit Formeln. Die Zeit haben wir jeweils gestoppt. So siehst Du, wie weit Sonnet bei typischen Büroaufgaben reicht und wo Du trotzdem nacharbeiten solltest.
Das Wichtigste in Kürze
Claude Sonnet 5.5 ist ein neues KI-Modell von Anthropic für Alltagsarbeit wie Mails, Texte, Folien und Tabellen. Laut Anthropic antwortet Sonnet 5.5 mehr als 30 Prozent schneller als Sonnet 5 und braucht für dieselbe Aufgabe weniger Token (Textbausteine). Für schwierige, offene Aufgaben ist Opus 5.5 besser, allerdings erst ab dem Pro-Tarif. Sonnet 5.5 kannst Du auch kostenlos nutzen.
- Beim Aufwand (Denktiefe) reicht „Mittel“, in bezahlten Tarifen ist Opus besser als „Maximal“.
- Im Praxistest auf Mittel reichte Sonnet 5.5 für alle drei Büroaufgaben, stets schneller als Opus.
- Sonnet 5.5 erfindet laut Anthropic häufiger Antworten als Opus 5.5, wichtige Angaben prüfst Du nach.
- Antwortet plötzlich Sonnet 5, hat ein Sicherheitsfilter angeschlagen. Im Modellmenü wechselst Du zurück.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Claude Sonnet 5.5?
- Was ist neu gegenüber Sonnet 5?
- Kostenlos? Kosten, Tarife, Limits
- Modell und Aufwand einstellen
- Claude Sonnet oder Opus?
- Praxistest gegen Opus 5.5
- Benchmarks einfach erklärt
- Automatischer Wechsel zu Sonnet 5
- Sicherheit und Datenschutz
- Grenzen
- Für wen lohnt es sich?
- Für Entwickler: API und Preise
- Fazit
- Häufige Fragen
Was ist Claude Sonnet 5.5?
Claude Sonnet 5.5 ist ein KI-Modell von Anthropic und seit dem 28. September 2026 das aktuelle Sonnet-Modell. Es ist das zweite Modell der Claude-5.5-Familie und laut Ankündigung eine schnellere, günstigere Ergänzung zu Claude Opus 5.5.
Das Modell ist das „Gehirn“ hinter Claude. Claude Sonnet ist die Modellreihe zwischen dem kleinen, schnellen Haiku und dem gründlicheren Opus.
Darüber steht nur noch Fable, die teuerste Modellreihe, die Anthropic für die schwierigsten Aufgaben vorsieht.
Anthropic bringt regelmäßig neue Sonnet-Versionen heraus. Sonnet 5.5 folgt auf Sonnet 5 vom Juni 2026.
Haiku 5.5 soll laut Ankündigung in den kommenden Wochen folgen, ein Datum nennt Anthropic noch nicht. Einen Überblick über ganz Claude, von Projekten bis zu Konnektoren, gibt das Claude Tutorial.
Claude Sonnet 5.5 im Steckbrief
Die Eckdaten laut Ankündigung, Modellseite und Hilfe-Center von Anthropic:
| Merkmal | Claude Sonnet 5.5 |
|---|---|
| Hersteller | Anthropic |
| Veröffentlicht | 28. September 2026 |
| Vorgänger | Claude Sonnet 5 (Juni 2026) |
| Im kostenlosen Tarif | ja |
| Nutzbar in | claude.ai im Browser, Desktop-App, Apps für iOS und Android, Claude Code, API (die Schnittstelle, über die Entwickler Claude in eigene Programme einbauen), Cloud-Plattformen wie Amazon Bedrock, Google Cloud und Microsoft Foundry, GitHub Copilot (Programmierhilfe von GitHub) in dessen bezahlten Tarifen, dort schrittweise freigeschaltet |
| Kontextfenster (was Claude auf einmal lesen kann) | 1 Million Token (Textbausteine, meist Wortteile) in der API und in den bezahlten Tarifen |
| Längste Antwort (API) | 128.000 Token |
| Verlässlicher Wissensstand | Juni 2026 |
| Eingabe und Ausgabe | liest Text und Bilder, antwortet mit Text |
| Denken vor der Antwort | in Claude immer an, nicht abschaltbar |
| Voreingestellter Aufwand (wie gründlich Claude nachdenkt) | Mittel in Claude und in Claude Code, Hoch in der API |
| Modell-ID in der API | claude-sonnet-5-5 |
| API-Preis | 2 US-Dollar je Million Eingabe-Token (was Du an Claude schickst), 10 US-Dollar je Million Ausgabe-Token (was Claude schreibt) |
Das Wichtigste zu Claude Sonnet 5.5 als Grafik:

Was ist neu gegenüber Sonnet 5?
Sonnet 5.5 antwortet laut Anthropic mehr als 30 Prozent schneller als Sonnet 5. Für dasselbe Ergebnis braucht es außerdem weniger Token (Ankündigung).
Über die API kostet eine Aufgabe dadurch laut Anthropic bis zu 30 Prozent weniger, obwohl der Preis je Token gleich bleibt. Im Abo und im kostenlosen Tarif zahlst Du nicht pro Aufgabe, dort zählt Dein Nutzungslimit. Wie viel mehr Du dadurch im Abo schaffst, beziffert die Ankündigung nicht.
Tester mit frühem Zugang beobachteten laut Ankündigung, dass Sonnet 5.5 öfter als Sonnet 5 mehrere Arbeitsschritte zusammenfasst. Es bündelt Werkzeug-Aufrufe, also Aktionen wie Dateien lesen oder Befehle ausführen, und kommt so mit weniger Schritten aus.
Auch unabhängige Messungen zeigen mehr Tempo. Bei Artificial Analysis schreibt Sonnet 5.5 auf der Stufe Hoch rund 95 Token pro Sekunde, Sonnet 5 rund 66. Das sind gut 40 Prozent mehr Text in derselben Zeit.
Außerdem ist das Wissen neuer. Sonnet 5.5 kennt Ereignisse verlässlich bis Juni 2026, Sonnet 5 nur bis Januar 2026 (Modellseite Sonnet 5.5, Modellseite Sonnet 5).
Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick, laut Ankündigung und Modellübersicht:
| Merkmal | Sonnet 5 | Sonnet 5.5 |
|---|---|---|
| Tempo | Vergleichsbasis | mehr als 30 Prozent schneller |
| API-Preis je 1 Mio. Token (Eingabe / Ausgabe) | 2 / 10 US-Dollar | 2 / 10 US-Dollar |
| Verlässlicher Wissensstand | Januar 2026 | Juni 2026 |
| Büroarbeit (GDPval-AA, Elo-Punkte) | 1449 | 1844 |
| Wechsel zu anderem Modell, wenn ein Sicherheitsfilter anschlägt | nein | ja, zu Sonnet 5 (mehr dazu) |
Elo-Punkte kommen aus direkten Vergleichen wie beim Schach. Mehr Punkte heißt, das Modell gewinnt häufiger.
Wofür Anthropic Sonnet 5.5 gebaut hat
In der Ankündigung hebt Anthropic diese Stärken hervor:
- klar umrissene Alltagsaufgaben mit eindeutigem Ziel
- Fehler im Programmcode finden und beheben
- fertig gestaltete Dokumente, Präsentationen und Tabellen
Dazu baut Sonnet 5.5 übersichtliche Diagramme und hält sich bei Folien an Vorlagen (Produktseite).
In einem internen Test von Anthropic erstellte Sonnet 5.5 aus Quartalsunterlagen und einer Folienvorlage einen Bericht mit zehn Folien (Ankündigung). Zwei Fachleute hielten schon den ersten Entwurf für versandfertig.
Laut Anthropic schreibt es außerdem klarer als die Vorgängergeneration.
Beispiel: Herbstlaub-Simulator mit Sonnet 5 und Sonnet 5.5
Zum Start hat Anthropic auf X (früher Twitter) erste Experimente gezeigt. Eines davon ist ein Simulator für Herbstlaub, gebaut einmal mit Sonnet 5 (oben) und einmal mit Sonnet 5.5 (unten):
A thread of early experiments with Claude Sonnet 5.5.
- Claude (@claudeai) 28. September 2026
A fall foliage simulator by @_re_pete, made with Sonnet 5 vs Sonnet 5.5. pic.twitter.com/bVbUmS7tSw
Schon im Vorschaubild ist der Unterschied zu sehen. Bei Sonnet 5 steht ein einfacher Baum auf einer grünen Fläche.
Sonnet 5.5 zeigt einen deutlich detailreicheren Baum vor einem Waldrand. Das Beispiel hat Anthropic selbst ausgewählt. Wie gut Sonnet 5.5 bei Alltagsaufgaben abschneidet, zeigt eher unser Praxistest.
Ist Claude Sonnet 5.5 kostenlos? Kosten, Tarife und Limits
Ja, Sonnet 5.5 kannst Du auch im kostenlosen Tarif nutzen. Laut Anthropic steht es allen offen, die Claude im Browser oder in den Apps für iOS und Android nutzen (Produktseite).
Bezahlte Tarife beginnen bei Pro mit 20 US-Dollar im Monat, bei jährlicher Zahlung mit 17 US-Dollar. Sie bringen mehr Nutzung und Zusatzfunktionen wie Claude Code. Mit diesem Werkzeug arbeitet und programmiert Claude direkt in Ordnern auf Deinem Rechner.
Die Preise laut Preisseite:
| Tarif | Preis pro Monat | Sonnet 5.5 | Opus 5.5 | Claude Code |
|---|---|---|---|---|
| Kostenlos (Free) | 0 US-Dollar | ja | nein | nein |
| Pro | 20 US-Dollar, bei jährlicher Zahlung 17 US-Dollar | ja | ja | ja |
| Max | ab 100 US-Dollar (5-fache oder 20-fache Nutzung von Pro) | ja | ja | ja |
| Team | ab 20 US-Dollar je Platz bei jährlicher Zahlung, mindestens 2 Plätze | ja | ja | ja |
| Enterprise | 20 US-Dollar je Nutzer plus Verbrauch zu API-Preisen | ja | ja | ja |
Steuern kommen je nach Land dazu. Die API-Preise stehen im Abschnitt für Entwickler.
Nutzungslimits von Sonnet 5.5
Für Sonnet 5.5 gibt es kein separates Kontingent. Es zählt wie Opus 5.5 zu Deinem normalen Nutzungslimit, das sich laut Hilfe-Center alle fünf Stunden zurücksetzt.
Bezahlte Tarife haben zusätzlich ein Wochenlimit (Preisseite).
Der Verbrauch hängt laut Hilfe-Center vom Modell, von der Aufwand-Stufe und von der Länge Deiner Chats ab. Im kostenlosen Tarif schwankt die Zahl der Nachrichten zusätzlich mit der Auslastung (Hilfe-Center).
Deinen bisherigen Verbrauch findest Du so:
- Klicke unten links auf Deinen Namen und im Menü auf Nutzung.

- Lies am Balken Aktuelle Sitzung ab, wie viel von Deinem 5-Stunden-Limit verbraucht ist. In bezahlten Tarifen zeigt Diese Woche zusätzlich das Wochenlimit.

Höhere Limits oder ein vorzeitiges Zurücksetzen hat Anthropic zum Start von Sonnet 5.5 nicht angekündigt. Was Du tun kannst, wenn das Limit erreicht ist, steht im Claude Tutorial.
So wählst Du Sonnet 5.5 aus und stellst den Aufwand ein
Modell und Aufwand wählst Du im Modellmenü unten rechts im Eingabefeld. Claude antwortet ab der nächsten Nachricht mit der neuen Einstellung, auch mitten in einem Chat (Hilfe-Center).
Das Modell bestimmt, wie fähig Claude ist. Wie lange und gründlich Claude vor der Antwort nachdenkt, legst Du über den Aufwand fest.
Die Bilder zeigen claude.ai im Browser mit einem bezahlten Konto. Im kostenlosen Tarif kannst Du Opus und Fable laut Preisseite nicht nutzen. Steht unten rechts schon „Sonnet 5.5“, machst Du direkt mit Schritt 3 weiter.
- Klicke unten rechts im Eingabefeld auf den Modellnamen, im Bild „Opus 5.5 Extra hoch“.
- Wähle im Menü Sonnet 5.5. Claude beschreibt es dort als „Am effizientesten für einfachere Aufgaben“.

Im Eingabefeld steht danach „Sonnet 5.5 Mittel“.
Den Aufwand merkt sich Claude für jedes Modell getrennt. Bei uns sprang er bei Sonnet 5.5 auf Mittel, und Opus 5.5 stand nach dem Zurückwechseln wieder auf Extra hoch.
Wirf deshalb nach jedem Modellwechsel einen Blick auf die Stufe neben dem Modellnamen.
- Öffne das Menü erneut und fahre mit der Maus auf Aufwand. Rechts klappen die fünf Stufen auf.
- Klicke auf die gewünschte Stufe, zum Beispiel Mittel.

Neben dem Modellnamen siehst Du jetzt die gewählte Stufe. Mittel trägt das Etikett „Empfohlen“, neben Maximal warnt Claude mit „5× oder mehr Nutzung“.
Welche Aufwand-Stufe passt für welche Aufgabe?
Für den Alltag ist bei Sonnet 5.5 die Stufe Mittel die beste Wahl. Wirkt eine Antwort zu oberflächlich, stellst Du zuerst auf Hoch.
In unserem Praxistest reichte Mittel für Präsentation, E-Mail und Excel-Tabelle. Laut Anthropic schlägt Sonnet 5.5 auf Mittel sogar den Bestwert von Sonnet 5 im Programmiertest Terminal-Bench, für weniger als ein Zehntel der Kosten je Aufgabe.
Was die Stufen laut Dokumentation bewirken und wofür wir sie empfehlen:
| Stufe | Was sie bewirkt | Passt für |
|---|---|---|
| Niedrig | kürzestes Nachdenken, schont das Limit am stärksten | kurze Fragen, Umformulieren, einfache Mails |
| Mittel (Empfohlen) | ausgewogen, in Claude bei Sonnet 5.5 voreingestellt | die meisten Aufgaben, auch Präsentationen und Tabellen |
| Hoch | denkt gründlicher nach | anspruchsvolle Analysen, lange Texte mit vielen Vorgaben |
| Extra hoch | für lange Arbeit in vielen Schritten | im kostenlosen Tarif der nächste Schritt, wenn Hoch nicht reicht; in bezahlten Tarifen meist besser Opus 5.5 |
| Maximal | gründlichste Stufe ohne Obergrenze | im kostenlosen Tarif erst, wenn auch Extra hoch nicht reicht; in bezahlten Tarifen besser Opus 5.5 |
Vorsicht bei Maximal: Laut Menü verbraucht diese Stufe fünfmal so viel von Deinem Limit oder mehr.
Ist es aufgebraucht, wartest Du bis zum Zurücksetzen. In bezahlten Tarifen kannst Du auch Nutzungsguthaben aktivieren, das zu API-Preisen abgerechnet wird (Preisseite).
Über die API lässt sich der Unterschied in Dollar ablesen. Die unabhängigen Tester von Artificial Analysis maßen für Sonnet 5.5 je Aufgabe ihres Testpakets im Schnitt 0,59 US-Dollar auf Mittel. Auf Maximal waren es 7,60 US-Dollar, fast das 13-Fache.
Sonnet 5.5 auf Maximal war bei Artificial Analysis damit sogar teurer als Opus 5.5 auf Maximal mit 5,98 US-Dollar. Und Opus 5.5 lag im Gesamtergebnis dieses Testpakets knapp vorn, mit 58 zu 56 Punkten.
Schon eine Stufe darunter lohnt sich der Wechsel. Opus 5.5 auf Hoch erreichte bei Artificial Analysis 54 Punkte für 1,82 US-Dollar je Aufgabe. Sonnet 5.5 kam auf Extra hoch auf 52 Punkte für 2,74 US-Dollar.
Reicht Hoch nicht, wechselst Du in einem bezahlten Tarif deshalb besser zu Opus 5.5, statt Sonnet 5.5 auf Extra hoch oder Maximal zu stellen.
Das Entwicklerkonto BridgeMind ließ Sonnet 5.5 auf Maximal ein Zombie-Spiel bauen. Es nennt dafür 177 US-Dollar Kosten bei 49 Minuten Bauzeit:
Claude Sonnet 5.5 just ONE SHOT this zombies game.
- BridgeMind (@bridgemindai) 28. September 2026
Max effort is noticeably better than every other level but it is expensive.
This game cost $177 and took 49 minutes to build.
This is insane. pic.twitter.com/fc5IHjCIn0
Im Abo zahlst Du solche Beträge nicht pro Auftrag. Dort zeigt sich der Mehrverbrauch darin, dass Dein Limit auf Maximal entsprechend schneller aufgebraucht ist.
Kannst Du Sonnet 5 weiter nutzen?
Ja, in unserem bezahlten Konto ist Sonnet 5 weiter wählbar. Du findest es im Modellmenü unter Weitere Modelle, zusammen mit Fable 5, Opus 5 und älteren Modellen.

Automatisch antwortet Sonnet 5 außerdem, wenn bei Sonnet 5.5 ein Sicherheitsfilter anschlägt. Was dahintersteckt, erklärt der Abschnitt Warum antwortet plötzlich Sonnet 5 statt Sonnet 5.5?
Sonnet 5.5 in Claude Code
Claude Code gibt es ab dem Pro-Tarif. Nutzt Du es nicht, kannst Du diesen Teil überspringen.
Sonnet 5.5 braucht in Claude Code mindestens Version 2.1.284. So stellst Du um:
- Gib im Terminal, dem Befehlsfenster Deines Computers,
claude updateein. - Wechsle in Claude Code mit
/model sonnetzu Sonnet 5.5.
Voreingestellt bleibt in Claude Code Opus 5.5, auch in Pro und Max. Sonnet 5.5 läuft dort wie im Chat auf Mittel und mit Deinem Claude-Abo immer mit dem vollen Kontextfenster von 1 Million Token.
Boris Cherny aus dem Claude-Code-Team von Anthropic hat dazu einen X-Beitrag mit kurzem Clip geteilt. Darin behebt Sonnet 5.5 in Claude Code einen Fehler:
Sonnet 5.5 fixing a bug with Claude Code.
- Boris Cherny (@bcherny) 28. September 2026
30% faster and 30% less usage. https://t.co/d6QCsCd1gi pic.twitter.com/Vt1K1ubcFd
Für eine eigene Website mit Claude Code gibt es die Anleitung Website mit Claude erstellen.
Claude Sonnet oder Opus: Welches Modell nimmst Du wofür?
Für die meisten Alltagsaufgaben reicht Sonnet 5.5, das zeigt auch unser Praxistest. Anthropic nennt Sonnet 5.5 am stärksten bei klar umrissenen Alltagsaufgaben, Opus 5.5 ist für komplexe Arbeit mit vielen Abwägungen gebaut (Ankündigung).
| Merkmal | Haiku 4.5 | Sonnet 5.5 | Opus 5.5 | Fable 5.1 |
|---|---|---|---|---|
| Beschreibung im Modellmenü | „Am schnellsten für schnelle Antworten“ | „Am effizientesten für einfachere Aufgaben“ | „Für komplexe Arbeit und alltägliche Aufgaben“ | „Für Ihre schwierigsten Herausforderungen“ |
| Tempo laut Anthropic | am schnellsten | schnell | moderat | langsamer |
| API-Preis je 1 Mio. Token (Eingabe / Ausgabe) | 1 / 5 US-Dollar | 2 / 10 US-Dollar | 4 / 20 US-Dollar | 10 / 50 US-Dollar |
| Kontextfenster (API und bezahlte Tarife) | 200.000 Token | 1 Mio. Token | 1 Mio. Token | 1 Mio. Token |
| Im kostenlosen Tarif | ja | ja | nein | nein |
Tempo, Preise und Kontextfenster stammen aus der Modellübersicht von Anthropic. Anthropic stellt Opus 5.5 zwar als Modell für komplexe Arbeit vor, im Modellmenü steht aber auch „alltägliche Aufgaben“.
Stößt Du in einem bezahlten Tarif selten an Dein Limit, kannst Du also auch im Alltag Opus 5.5 nehmen. Sonnet 5.5 bringt Dir vor allem Tempo: In unserem Praxistest war es bei jeder Aufgabe schneller.
Wie viel Du mit Deinem Limit schaffst, hängt laut Preisseite auch vom gewählten Modell ab.
Als Faustregel:
- Sonnet 5.5 für Mails, Zusammenfassungen, Präsentationen und Tabellen nach klarer Vorgabe, für die Fehlersuche im Code und für Entwürfe, an denen Du oft nachbesserst.
- Opus 5.5 für Strategien und Konzepte mit vielen Abwägungen, große Programmierprojekte und Fragen, bei denen jede Zahl stimmen muss.
- Haiku 4.5 für kurze, einfache Antworten.
- Fable 5.1 nur, wenn Opus 5.5 auch auf hohem Aufwand nicht reicht.
Unser Tipp: Starte bei normalen Aufgaben mit Sonnet 5.5 auf Mittel, vor allem wenn Du schnelle Antworten willst oder oft an Dein Limit stößt.
Ist eine Antwort auch auf Hoch zu oberflächlich, wechselst Du in einem bezahlten Tarif im selben Chat zu Opus 5.5. Bei wichtigen Entscheidungen nimmst Du dort Opus 5.5 gleich von Anfang an.
Im kostenlosen Tarif ist Sonnet 5.5 das stärkste Modell, dort gehst Du als Nächstes auf Extra hoch. Mehr zu Opus 5.5 findest Du im Artikel Claude Opus 5.5.
Praxistest: Claude Sonnet 5.5 gegen Opus 5.5
In unserem Praxistest lieferten Claude Sonnet 5.5 und Opus 5.5 bei drei Alltagsaufgaben vergleichbare Ergebnisse, Sonnet 5.5 war jedes Mal schneller.
Beide Modelle liefen auf der Aufwand-Stufe Mittel, jeweils in einem neuen Chat auf claude.ai mit einem Max-Konto.
Gestoppt haben wir vom Absenden bis zum Ende der Antwort. Das sind Einzelmessungen, kein standardisierter Test.
Bei jedem Durchlauf können die Zeiten anders ausfallen.
| Test | Sonnet 5.5 | Opus 5.5 | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Präsentation mit 6 Folien | 95,5 Sekunden | 102,6 Sekunden | gleichwertig, Opus-Abschlussfolie etwas konkreter |
| E-Mail mit rund 300 Wörtern | 18,0 Sekunden (251 Wörter) | 24,5 Sekunden (273 Wörter) | beide herzlich, Opus persönlicher, Sonnet kompakter, beide mit erfundener Gesprächsszene |
| Excel-Liquiditätsplan | 32,5 Sekunden | 45,3 Sekunden | Stichproben nachgerechnet: beide stimmen, beide im englischen Zahlenformat |
Vorher: Dateierstellung einschalten
PowerPoint- und Excel-Dateien erstellt Claude laut Preisseite auch im kostenlosen Tarif. Dafür muss der Schalter Code-Ausführung in der Cloud und Dateierstellung eingeschaltet sein.
Du findest ihn, wenn Du unten links auf Deinen Namen klickst, dann auf Einstellungen und links auf Funktionen. Blau heißt an:

Test 1: PowerPoint-Präsentation
Beide Modelle bekamen denselben Prompt:
„Erstelle mir eine PowerPoint-Präsentation mit 6 Folien zum Thema ‚Warum sich ein eigener Newsletter für Selbstständige lohnt‘. Zielgruppe: Coaches und Berater ohne Marketing-Vorwissen. Aufbau: Titelfolie, 4 Inhaltsfolien mit kurzen Stichpunkten und je einem Beispiel aus dem Alltag, Abschlussfolie mit 3 konkreten nächsten Schritten. Modernes, ruhiges Design in Blau und Weiß. Keine erfundenen Statistiken.“
Im Eingabefeld sah das so aus, unten rechts steht das gewählte Modell mit dem Aufwand:

Sonnet 5.5 war nach 95,5 Sekunden fertig, Opus 5.5 nach 102,6 Sekunden. Beide lieferten sechs Folien als PowerPoint-Datei.
Claude zeigt die Datei rechts neben dem Chat als Vorschau. Unter der Antwort lädst Du sie mit dem Knopf Herunterladen auf Deinen Rechner.

Sonnet 5.5 prüfte sein Ergebnis zwischendurch selbst. Es meldete, die Folien seien gebaut und geprüft.
Dann verkleinerte es die Beispielkästen, weil darunter zu viel Leerraum blieb, und erstellte die Datei neu. So sah die Vorschau von Sonnet 5.5 aus, mit Titelfolie und erster Inhaltsfolie:

Die Präsentation von Opus 5.5 sah fast genauso aus, mit dunkelblauer Titelfolie, Brief-Symbol und einem Kasten „Beispiel aus dem Alltag“ auf jeder Inhaltsfolie:

Am deutlichsten unterschieden sich die Abschlussfolien. Sonnet 5.5 nennt als nächste Schritte: Thema festlegen, Tool und Formular einrichten, ersten Newsletter senden.

Opus 5.5 nennt: Tool auswählen, Anmeldung einrichten, erste Mail schreiben.

Opus 5.5 wurde etwas konkreter, etwa mit einem Newsletter-Anbieter mit Serverstandort in der EU und einem festen Rhythmus.
Das Double-Opt-in, bei dem neue Leser ihre Anmeldung über einen Link in einer Bestätigungsmail bestätigen, tauchte in beiden Präsentationen auf. Sonnet 5.5 nannte dazu den Datenschutzhinweis.
Keines der beiden Modelle erfand Statistiken. Für Präsentationen nach klarer Vorgabe reicht Sonnet 5.5 damit aus, auch wenn der Zeitvorteil hier mit rund sieben Sekunden klein ausfiel.
Test 2: E-Mail an Newsletter-Leser
Im zweiten Test ging es nur um Text, ohne Datei. Beide Modelle bekamen wieder denselben Prompt, diesmal Opus 5.5 zuerst:
„Schreibe eine persönliche E-Mail an meine Newsletter-Leser mit rund 300 Wörtern, in der ich meinen neuen Online-Workshop ‚Newsletter in 30 Tagen‘ ankündige. Ich bin Business-Coach, der Workshop läuft an vier Abenden live per Zoom. Ton: herzlich, nicht werblich. Keine erfundenen Zahlen oder Kundenstimmen.“
Opus 5.5 brauchte 24,5 Sekunden für 273 Wörter, Sonnet 5.5 nur 18,0 Sekunden für 251 Wörter. Sonnet 5.5 schaffte damit rund 14 Wörter pro Sekunde, Opus 5.5 etwa 11.
Beide Mails blieben unter den gewünschten rund 300 Wörtern, die von Sonnet 5.5 etwas deutlicher.
Claude zeigte die Mail jeweils in einem eigenen Kasten mit Betreff. Über den Knopf Kopieren übernimmst Du den Text in Dein Mail-Programm, hier bei Sonnet 5.5:

Den gewünschten herzlichen Ton trafen beide Mails. Erfundene Zahlen kamen nicht vor, Termine und Link blieben als Platzhalter offen.
Eine erfundene Szene steckte trotzdem in beiden Mails. Der Coach hört darin angeblich immer wieder denselben Satz von Selbstständigen, obwohl unser Prompt keine erfundenen Kundenstimmen wollte.
Streiche so eine Szene vor dem Versand oder ersetze sie durch einen Satz, den Du wirklich so gehört hast.
Persönlicher klang Opus 5.5, mit einem erzählenden Einstieg. Es bot den Lesern sogar an, bei der Entscheidung für den Workshop zu helfen.
Die Mail von Sonnet 5.5 war kompakter und klar gegliedert, mit einem eigenen Absatz „Was Dich erwartet“.
In beiden Mails standen Wendungen, die typisch für KI-Texte sind, etwa „nicht allein vor einem Videokurs, sondern …“. Wie Du solche Stellen umformulierst, zeigt die Anleitung KI-Texte vermenschlichen.
Für Mails reicht Sonnet 5.5 damit aus, wenn Du den Text vor dem Versand einmal durchgehst.
Test 3: Excel-Tabelle mit Formeln
Zum Schluss sollten beide Modelle einen Liquiditätsplan erstellen, also eine Übersicht, wie sich der Kontostand Monat für Monat entwickelt:
„Erstelle mir eine Excel-Tabelle für die Liquiditätsplanung meines kleinen Coaching-Business für die nächsten 12 Monate. Spalten: Monat, Einnahmen Einzelcoaching, Einnahmen Online-Kurs, Ausgaben Software, Ausgaben Werbung, Steuerrücklage (30 % der Einnahmen), Überschuss, Kontostand. Startguthaben 5.000 Euro. Nutze echte Formeln, damit ich die Werte später selbst ändern kann, und trage nur Beispielwerte ein, die klar als Beispiel markiert sind.“
Sonnet 5.5 lieferte die Excel-Datei nach 32,5 Sekunden, Opus 5.5 nach 45,3 Sekunden. Beide stellten Startguthaben, Steuersatz und Startmonat oben in eigene Zellen.
Bei Sonnet 5.5 folgen darunter eine Legende und ein roter Hinweis, dass alle Einnahmen und Ausgaben Beispielwerte sind:

Weiter rechts rechnet die Tabelle Monat für Monat den Überschuss und den Kontostand aus:

Sonnet 5.5 meldete, alle 55 Formeln rechneten fehlerfrei. Wir haben in beiden Tabellen vier Monatszeilen und den Kontostand am Ende nachgerechnet, alle Werte stimmen.
Beide Tabellen zählen die Monate laut Antwort automatisch ab dem Startmonat hoch. Sonnet 5.5 markierte zusätzlich jede Zeile mit dem Hinweis „Beispielwerte“, Opus 5.5 setzte einen roten Hinweis ganz nach oben.
Die 30 Prozent Steuerrücklage stammen aus unserem Prompt und sind nur ein Beispielwert. Beide Modelle wiesen von sich aus darauf hin, dass ihre Rechnung zur Rücklage keine Steuerberatung ersetzt.
Die passende Höhe klärst Du mit Deiner Steuerberatung.
In der Vorschau standen bei beiden Modellen Monatsnamen und Zahlen im englischen Format, etwa „October 2026“ und „1,800 €“. Auch die Spaltenüberschriften waren abgeschnitten.
Prüfe das nach dem Öffnen in Excel und bitte Claude sonst um deutsche Formate.
Für eine Tabelle mit Formeln reicht Sonnet 5.5 damit aus, und es war hier rund 13 Sekunden schneller als Opus 5.5.
Wie gut ist Sonnet 5.5? Die Benchmarks einfach erklärt
Gegenüber Sonnet 5 legt Claude Sonnet 5.5 in Anthropics Tests deutlich zu. Bei Büroarbeit steigt es von 1449 auf 1844 Elo-Punkte und liegt damit praktisch gleichauf mit Opus 5.5 (1846).
Ein Benchmark ist ein standardisierter Test. Das Ergebnis steht meist als Anteil gelöster Aufgaben in Prozent da.
Anthropic nennt die Werte, wenn nicht anders angegeben, für die höchste Stufe Maximal. Für die voreingestellte Stufe Mittel gelten sie deshalb nicht automatisch.
Die Zahlen stammen aus der Ankündigung und der System Card, dem technischen Bericht zum Modell:
| Was wurde getestet? | Sonnet 5.5 | Sonnet 5 | Opus 5.5 | Was heißt das für Dich? |
|---|---|---|---|---|
| Büroarbeit aus 44 Berufen (GDPval-AA, Elo-Punkte) | 1844 | 1449 | 1846 | praktisch gleichauf mit Opus 5.5 |
| Computer selbstständig bedienen (OSWorld 2.1, Teilpunkte je Aufgabe) | 80,1 % (komplett gelöst: 43,5 %) | 57,0 % | 81,8 % (komplett gelöst: 48,7 %) | knapp hinter Opus 5.5, weit vor Sonnet 5 |
| Diagramme lesen, ohne Hilfswerkzeuge (Chartography) | 61,6 % | 15,6 % | 64,4 % | versteht Grafiken und Dashboards viel besser als Sonnet 5 |
| Programmieren im Terminal, dem Befehlsfenster (Terminal-Bench 4.0) | 70,6 % | 10,3 % | 66,4 % (bester Wert, Extra hoch) | großer Sprung, nur auf Maximal vor Opus 5.5 |
| Mehrsprachigkeit, 42 Sprachen inklusive Deutsch (GMMLU) | 92,1 % | 89,2 % | 94,3 % | Deutsch und andere Sprachen fast auf Opus-Niveau |
Laut den Diagrammen in der Ankündigung führt beim Terminal-Bench auf jeder niedrigeren Stufe Opus 5.5, auf Mittel etwa mit 57,6 zu 28,8 Prozent.
Für seinen Bestwert von 70,6 Prozent kostet Sonnet 5.5 dort im Schnitt 12,54 US-Dollar je Aufgabe. Opus 5.5 schafft auf Extra hoch 66,4 Prozent für 7,35 US-Dollar.
Für größere Programmieraufgaben bleibt Opus 5.5 damit die bessere Wahl.
Sonnet 5.5 gegen GPT-6 Sol
GPT-6 Sol stammt von OpenAI, dem Hersteller von ChatGPT. Im normalen ChatGPT-Chat steht es laut OpenAI nicht zur Wahl, nur in den Bereichen Work und Codex der bezahlten Tarife (9to5Mac).
Über die API kosten beide Modelle bei normaler Textlänge je 2 US-Dollar pro Million Eingabe-Token und 10 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token (OpenAI-Preisliste).
Bei sehr langen Eingaben verlangt OpenAI für GPT-6 Sol mehr, Anthropic für Sonnet 5.5 nicht. Laut Ankündigung sieht der Vergleich in Anthropics Tests so aus:
| Test | Sonnet 5.5 | GPT-6 Sol |
|---|---|---|
| Büroarbeit (GDPval-AA, Elo-Punkte) | 1844 | 1487 |
| Diagramme lesen (Chartography) | 61,6 % | 53,6 % |
| Programmieren (FrontierCode), jeweils bester Wert | 52,1 % (auf Extra hoch) | 49,3 % |
Sonnet 5.5 schnitt bei FrontierCode auf Extra hoch besser ab als auf Maximal mit 46,2 Prozent. Beim Programmieren ist es also knapp, bei Büroarbeit und Diagrammen liegt Sonnet 5.5 klar vorn.
Was unabhängige Tester messen
Auch unabhängige Tester sehen Claude Sonnet 5.5 knapp hinter Opus 5.5 und weit vor Sonnet 5. Im Vals Index liegt Sonnet 5.5 mit 69,22 Prozent auf Platz 2, knapp hinter Opus 5.5 mit 69,69 Prozent.
| Index | Sonnet 5.5 | Opus 5.5 | GPT-6 Sol | Sonnet 5 |
|---|---|---|---|---|
| Vals Index von Vals AI (bündelt viele Fachaufgaben) | 69,22 % (Platz 2) | 69,69 % (Platz 1) | 62,57 % | 59,61 % |
| Intelligenz-Index von Artificial Analysis (bündelt zehn Tests, jeweils auf Maximal) | 56 Punkte | 58 Punkte | 48 Punkte | 38 Punkte |
Aussagekräftiger ist aber ein Versuch mit Deinen eigenen Aufgaben, so wie in unserem Praxistest.
Warum antwortet plötzlich Sonnet 5 statt Sonnet 5.5?
Antwortet in einem Chat mit Sonnet 5.5 plötzlich Sonnet 5, hat laut Hilfe-Center ein Sicherheitsfilter angeschlagen. Die Filter prüfen alles, was Claude liest.
Neben Deiner Nachricht sind das auch hochgeladene Dateien und Suchergebnisse. Dazu kommen Inhalte aus Konnektoren (Verbindungen zu Diensten wie Google Drive) und das Gedächtnis, also was Claude sich aus früheren Chats merkt.
Sonnet 5.5 ist das erste Sonnet-Modell mit Cyber-Filtern und automatischem Modellwechsel, die Biologie-Filter gab es schon bei Sonnet 5. Grund ist seine Stärke bei Cybersicherheit, wo es etwa so fähig ist wie Opus 5 (Ankündigung).
Angriffscode kann Sonnet 5.5 laut System Card deutlich besser entwickeln als Sonnet 5.
Das Hilfe-Center ordnet die Folgen nach Themen:
| Thema der Anfrage | Was passiert |
|---|---|
| Offensive Cybersicherheit, etwa Angriffscode schreiben, fertige Programmdateien ohne Quellcode nach Schwachstellen durchsuchen oder Systeme zum Test angreifen | Sonnet 5 antwortet |
| Spezialcode für das Training von Spitzen-KI-Modellen, etwa für KI-Beschleuniger-Chips | Sonnet 5 antwortet |
| Biologie-Anfragen, die bei schwerem Schaden helfen könnten (vereinzelt auch harmlose Fragen zur Virologie) | Anfrage wird blockiert, kein Wechsel |
| Versuch, Claudes Denkprozess wörtlich herauszuziehen | Anfrage wird blockiert |
Den eigenen Quellcode auf Sicherheitslücken prüfen darfst Du weiter. Anthropic rechnet in der System Card aber damit, dass Sonnet 5.5 auch harmlose Fragen zur Cybersicherheit häufiger ablehnt.
Der Wechsel passiert offen. Claude zeigt einen Hinweis, und die Antwort trägt den Namen Sonnet 5. Danach bleibt Sonnet 5 ausgewählt, Du kannst im Modellmenü aber jederzeit zurück zu Sonnet 5.5.
Steht Deine ursprüngliche Anfrage noch im Chat, kann der Filter dabei erneut anschlagen. Laut Hilfe-Center hilft es oft, die vorherige Nachricht vor dem nächsten Versuch zu bearbeiten.
Modellwechsel ein- oder ausschalten
Ob Claude wechseln oder den Chat anhalten soll, legst Du selbst fest:
- Klicke unten links auf Deinen Namen und im Menü auf Einstellungen. Die Einstellungen öffnen sich als Fenster über dem Chat.

- Wähle links den Bereich Funktionen.

- Suche rechts ganz oben den Abschnitt Allgemein, nicht den gleichnamigen Eintrag in der linken Leiste. Dort steht der Schalter Modell wechseln, wenn eine Nachricht markiert wird. Ab Werk ist er eingeschaltet, also blau.

Für die meisten passt die Voreinstellung. Du bekommst weiter eine Antwort, nur eben von Sonnet 5. Schaltest Du den Schalter aus, pausiert Claude den Chat bei einer markierten Nachricht.
Dann kannst Du Deine Nachricht umformulieren und erneut an Sonnet 5.5 schicken. Oder Du sendest sie selbst an ein anderes Modell.
In Claude Code findest Du dieselbe Einstellung mit dem Befehl /config im Bereich MODEL & OUTPUT.
Sicherheit und Datenschutz bei Claude Sonnet 5.5
Gegen versteckte Anweisungen, etwa auf Webseiten oder beim Programmieren, ist Sonnet 5.5 laut System Card das robusteste Sonnet-Modell bisher.
Eine Prompt Injection ist eine versteckte Anweisung, die Claude zu etwas verleiten soll, das Du nicht willst. Sie kann etwa in einer Mail stecken, die Claude für Dich liest.
Laut System Card testete die Sicherheitsfirma Gray Swan solche Angriffe. Selbst mit 15 Versuchen hatten Angreifer bei Sonnet 5.5 nur in 3,4 Prozent der Fälle Erfolg. Bei Sonnet 5 waren es 6,7 Prozent.
In Anthropics übrigen Verhaltenstests liegt Sonnet 5.5 meist gleichauf mit Sonnet 5 oder davor. Opus 5.5 bleibt insgesamt etwas besser.
Datenschutz: Darfst Du Kundendaten eingeben?
Im kostenlosen Tarif, in Pro und in Max kann Anthropic Deine Chats zum Training verwenden. Das lässt sich abschalten (Preisseite). Wie das geht, zeigt das Claude Tutorial im Abschnitt Training mit Deinen Chats abschalten.
Für Kundendaten brauchst Du einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AV-Vertrag). Er regelt nach DSGVO, wie ein Anbieter personenbezogene Daten für Dich verarbeitet.
Anthropic bietet ihn für Team, Enterprise und die API an, für Free, Pro und Max nicht (Hilfe-Center).
Im kostenlosen Tarif, in Pro und in Max gibst Du deshalb keine personenbezogenen Daten Deiner Kunden ein, etwa Namen, E-Mail-Adressen oder Rechnungsdaten. Ersetze sie vorher durch Platzhalter wie [Kunde].
Das Abschalten des Trainings ersetzt den Vertrag nicht.
Grenzen von Claude Sonnet 5.5
Sonnet 5.5 erzeugt keine Bilder, und sein verlässliches Wissen reicht nur bis Juni 2026. Bei komplexer, offener Arbeit und bei der Faktentreue liegt es hinter Opus 5.5.
- Folien, Tabellen und Animationen baut Sonnet 5.5 mit Code. Fotos oder echt wirkende Bilder kann es nicht erzeugen.
- Neueres als Juni 2026 kennt Sonnet 5.5 nur über die Websuche oder Deine Unterlagen.
- Es erfindet laut System Card öfter Antworten als Opus 5.5. Fachleute nennen das Halluzination. Prüfe deshalb Fakten, Zahlen und Rechtsfragen selbst nach.
- Bei Fragen zur Cybersicherheit kann ein Filter auch harmlose Anfragen stoppen oder an Sonnet 5 weitergeben.
- In unserem Praxistest steckte trotz Verbot im Prompt eine erfundene Gesprächsszene in der E-Mail. Die Excel-Vorschau zeigte Monatsnamen und Zahlen im englischen Format.
Für wen lohnt sich Claude Sonnet 5.5?
Sonnet 5.5 lohnt sich für alle, die mit Claude Mails, Texte, Präsentationen und Tabellen erstellen. Es ist auch im kostenlosen Tarif enthalten. Welcher Tarif zu Dir passt, hängt davon ab, wie viel Du mit Claude arbeitest:
- Kostenlos reicht, wenn Du Claude ab und zu für Mails, Texte und kleine Tabellen nutzt.
- Pro lohnt sich, wenn Du oft an das Limit stößt, für wichtige Aufgaben Opus 5.5 nutzen oder mit Claude Code arbeiten willst. Pro bietet laut Preisseite mindestens fünfmal so viel Nutzung je 5-Stunden-Fenster wie der kostenlose Tarif.
- Max ist für alle gedacht, die den ganzen Tag mit Claude arbeiten (Preisseite).
- Für personenbezogene Kundendaten brauchst Du mindestens den Team-Tarif, weil es erst dort einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung gibt. Team gibt es ab zwei Plätzen, auch allein zahlst Du also für zwei.
Wiederkehrende Aufgaben hinterlegst Du ab Pro am besten als eigenen Claude Skill. Dann greift Claude bei passenden Aufgaben auf Deinen Ablauf zurück, ganz gleich, welches Modell gerade antwortet.
Für Entwickler: API, Modell-ID und Preise
Über die Claude API sprichst Du Sonnet 5.5 mit der Modell-ID claude-sonnet-5-5 an. Bei Amazon Bedrock heißt es anthropic.claude-sonnet-5-5, zum Start aufgerufen über das globale Inferenzprofil global.anthropic.claude-sonnet-5-5 (AWS). Daneben läuft das Modell über Claude Platform on AWS, Google Cloud und Microsoft Foundry (Dokumentation).
Die Preise laut Preisübersicht, je Million Token:
| Posten | Sonnet 5.5 | Opus 5.5 |
|---|---|---|
| Eingabe / Ausgabe | 2 / 10 US-Dollar | 4 / 20 US-Dollar |
| Sammelaufträge (Batch), Eingabe / Ausgabe | 1 / 5 US-Dollar | 2 / 10 US-Dollar |
Das sind dieselben Preise wie bei Sonnet 5. Zwischengespeicherte Eingaben (Cache) liest Sonnet 5.5 für 0,20 US-Dollar je Million Token. Für das volle Kontextfenster gibt es keinen Aufschlag.
Einen Fast mode, also einen schnelleren Ausgabemodus gegen Aufpreis, gibt es für Sonnet 5.5 nicht.
Umstieg von Sonnet 5
Das ändert sich für Entwickler:
- In der API ist die Stufe Hoch voreingestellt, dort heißt der Aufwand „Effort“. Für Chats und zeitkritische Anwendungen empfiehlt die Dokumentation, Mittel oder Niedrig zu testen. Im Zweifel rät sie, mit Opus 5.5 zu starten (Modellwahl).
- Fünf Änderungen können bestehenden Code brechen. Unter anderem lässt sich das Denken nicht mehr mit
disabledabschalten, und eine erzwungene Werkzeugwahl übertool_choiceführt zu einem Fehler (vollständige Liste). - Denk-Blöcke, also die Überlegungen vor der Antwort, gelten nur im erzeugenden oder einem verknüpften Konto. Andere Konten verwerfen sie ohne Fehlermeldung (Versionshinweise).
- Den automatischen Wechsel zu Sonnet 5 bei Cyber-Anfragen gibt es in der API nur, wenn Du ihn ausdrücklich einschaltest.
Wichtig: In Claude Code über Amazon Bedrock, Google Cloud, Microsoft Foundry oder Claude Platform on AWS führt die Kurzform „sonnet“ noch zu einem älteren Modell. Gib dort die Modell-ID des Anbieters an (Dokumentation).
Abgeschaltet wird Sonnet 5.5 laut Übersicht nicht vor dem 28. September 2027, Sonnet 5 nicht vor dem 30. Juni 2027.
Fazit
Claude Sonnet 5.5 ist laut Anthropic mehr als 30 Prozent schneller als Sonnet 5. In mehreren Tests reicht es fast an Opus 5.5 heran, allerdings auf der Stufe Maximal, die Dein Limit am schnellsten aufbraucht.
In unserem Test auf der Stufe Mittel lieferte es bei Präsentation, E-Mail und Excel-Tabelle ähnlich gute Ergebnisse wie Opus 5.5. Dabei war es jedes Mal schneller. Erfundene Details wie eine ausgedachte Kundenszene prüfst Du trotzdem vor dem Versand.
Starte mit Sonnet 5.5 auf Mittel und geh bei oberflächlichen Antworten auf Hoch. Reicht das nicht oder geht es um Strategien und wichtige Entscheidungen, nimmst Du in einem bezahlten Tarif Opus 5.5.
Im kostenlosen Tarif probierst Du danach Extra hoch und erst zuletzt Maximal, mit Blick auf Dein Limit.
Gratis KI Guide 2026 (im Wert von 19,99€)!
Habe endlich mehr Zeit, Geld & Freiheit dank KI-Online-Marketing...
- Entdecke die goldene 6-Schritte-Prompt Formel für fast schon unfaire Ergebnisse
- Bekomme 5 mächtige Experten-Prompts, die Dir sofort massiv Zeit sparen & mehr Umsatz bringen
- Entdecke die BESTEN KI Tools (um die Konkurrenz abzuhängen)
- Aktuell mit exklusivem Überraschungs-Bonus im Wert von 79,00€ (direkt nach dem gratis Download)
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Claude Sonnet und Opus?
Claude Sonnet ist die schnellere und günstigere Modellreihe von Anthropic, Claude Opus die gründlichere. Claude Sonnet 5.5 gibt es auch im kostenlosen Tarif, Opus 5.5 erst ab Pro. Sonnet 5.5 eignet sich für klar umrissene Alltagsaufgaben. Opus 5.5 ist bei komplexer Arbeit mit vielen Abwägungen stärker, etwa bei Strategien oder großen Programmierprojekten.
Ist Claude Sonnet 5.5 besser als ChatGPT?
In mehreren Vergleichen ja. Verglichen wird meist mit GPT-6 Sol von ChatGPT-Hersteller OpenAI, das in ChatGPT nur in den Bereichen Work und Codex zur Wahl steht. In Anthropics Tests liegt Claude Sonnet 5.5 vorn, etwa bei Büroarbeit mit 1844 zu 1487 Elo-Punkten (mehr ist besser). Auch im unabhängigen Vals Index führt Sonnet 5.5 mit 69,22 zu 62,57 Prozent.
Schreibt Claude Sonnet 5.5 gut Deutsch?
Ja. In unserem Test schrieb Claude Sonnet 5.5 eine E-Mail, eine Präsentation und eine Excel-Tabelle auf Deutsch, die E-Mail im gewünschten herzlichen Ton. Nur Monatsnamen und Zahlen standen in der Excel-Vorschau im englischen Format. Im Mehrsprachigkeitstest GMMLU mit 42 Sprachen erreicht das Modell laut System Card, dem technischen Bericht von Anthropic, 92,1 Prozent, Opus 5.5 kommt auf 94,3 Prozent.
Warum finde ich Claude Sonnet 5.5 in Claude Code nicht?
Claude Sonnet 5.5 braucht mindestens Claude Code Version 2.1.284. Aktualisiere Claude Code mit dem Befehl claude update und wähle das Modell danach in Claude Code mit /model sonnet. Nutzt Du Claude Code über Amazon Bedrock, Google Cloud, Microsoft Foundry oder Claude Platform on AWS, wählst Du Sonnet 5.5 über die Modell-ID des jeweiligen Anbieters, bei Amazon Bedrock etwa global.anthropic.claude-sonnet-5-5.
Wie groß ist das Kontextfenster von Claude Sonnet 5.5?
Das Kontextfenster von Claude Sonnet 5.5 umfasst in der API und in den bezahlten Claude-Tarifen 1 Million Token (Textbausteine). Das ist die Textmenge, die das Modell auf einmal berücksichtigen kann. Über die API kann eine einzelne Antwort bis zu 128.000 Token lang werden. Für den kostenlosen Tarif nennt die Preisseite nur „bis zu 1 Mio., je nach Modell“.
Wie aktuell ist das Wissen von Claude Sonnet 5.5?
Das verlässliche Wissen von Claude Sonnet 5.5 reicht bis Juni 2026. Neuere Ereignisse kennt das Modell nur, wenn Du die Websuche nutzt oder die Informationen selbst als Text, Datei oder Link in den Chat gibst.
Kann Claude Sonnet 5.5 Bilder erzeugen?
Nein. Claude Sonnet 5.5 liest Text und Bilder, antwortet aber nur mit Text und Code. Präsentationen, Tabellen, Diagramme und Animationen baut Sonnet 5.5 über Code, etwa als PowerPoint- oder Excel-Datei. Fotos oder fotorealistische Bilder erzeugt das Modell nicht.
Kann ich Claude Sonnet 5.5 herunterladen und lokal nutzen?
Nein. Anthropic bietet Claude Sonnet 5.5 nur über claude.ai, die Claude-Apps, Claude Code, die Claude API und Cloud-Plattformen wie Amazon Bedrock, Google Cloud und Microsoft Foundry an. Eine Version zum Herunterladen und Betreiben auf dem eigenen Rechner gibt es nicht.
Veröffentlicht am · Zuletzt aktualisiert am