KI
Gemini 4 Argon im Test gegen Claude und ChatGPT: Was es wirklich kann
Gemini 4 Argon ist Googles neues KI-Spitzenmodell. Google verspricht große Sprünge, vor allem beim Programmieren und bei anspruchsvoller Büroarbeit. Auch beim Schreiben soll Argon zulegen.
Doch hält Argon im Alltag, was Googles Messwerte versprechen? Wir haben es in neun Praxistests gegen Claude und ChatGPT antreten lassen, von der Kundenmail bis zur kompletten Website.
Danach weißt Du, wofür sich Argon lohnt und wann Du besser zu Claude oder ChatGPT greifst.
Das Wichtigste in Kürze
Gemini 4 Argon arbeitete in unserem Praxistest gegen Claude und ChatGPT am schnellsten, und seine Texte gefielen uns am besten. Beim Design lag Claude vorn, bei der Recherche ChatGPT. In der Gemini-App kannst Du Argon ab dem Abo Google AI Pro auswählen. Ohne Abo und mit Google AI Plus ist Argon gesperrt.
- Gemini 4 Argon arbeitet schnell und schreibt starke Texte, Design kann Claude Opus 5.5 besser.
- Für schwierige Aufgaben stellst Du in der Gemini-App den Denkaufwand „Hoch“ ein.
- Argon verbraucht viel Nutzungslimit, für einfache Fragen reicht das sparsamere Modell Gemini 3.8 Flash.
- Googles sehr gute Messwerte (Benchmarks) bestätigten sich in unseren Tests nur teilweise.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Gemini 4 Argon?
Gemini 4 Argon ist das erste Modell der Gemini-4-Reihe (Google Cloud). Entwickelt hat es Google DeepMind, Googles KI-Abteilung.
Google hat Argon am 30. September 2026 vorgestellt, zuerst nur für ausgewählte Partner (Google-Blog).
Seit dem 13. Oktober 2026 kannst Du es selbst nutzen: in der Gemini-App, im KI-Modus der Google-Suche und als Entwickler über die API (Google-Blog).
Im KI-Modus beantwortet eine KI Deine Suchanfrage direkt. Die API ist Googles Schnittstelle, über die eigene Programme ein Modell nutzen.
In der Gemini-App wählst Du zwischen mehreren Modellen. Argon steht dort als „4 Argon“ mit dem Zusatz „Komplexe Aufgaben“.
Laut Google ist Argon ein komplett neues Modell und keine überarbeitete Fassung eines älteren (Modellkarte). Die Modellkarte ist Googles offizielles Datenblatt zu einem Modell.
Gemini 4 Argon auf einen Blick
| Merkmal | Gemini 4 Argon |
|---|---|
| Allgemein verfügbar | seit 13. Oktober 2026 |
| In der Gemini-App | ab Google AI Pro für 21,99 Euro im Monat, nicht kostenlos (Tarifseite, Details) |
| Wie viel Text auf einmal (Kontextfenster) | rund 1 Million Token (Textbausteine), laut Google bis zu 1.500 Seiten (Details) |
| Versteht | Text, Bilder, Audio, Videos, PDF-Dateien |
| Antwortet mit | nur Text |
| Denkaufwand | in der App Niedrig, Mittel, Hoch |
| Wissensstand | März 2026 (Modellkarte) |
| Preis für Entwickler | 2 / 10 US-Dollar je 1 Million Token (Eingabe / Ausgabe) bis 30. November 2026, danach 4 / 20 (Preisseite, Details) |
Was ist neu gegenüber Gemini 3.1 Pro?
Gegenüber Gemini 3.1 Pro, Googles bisherigem Spitzenmodell, legt Argon deutlich zu. Das zeigt der unabhängige Testdienst Artificial Analysis: Die Vorabversion von 3.1 Pro kam in seinem Gesamtindex, der zehn Tests zu einem Punktwert zusammenfasst, auf 30 Punkte, Argon auf 53 (Artificial Analysis).
Sogar das neuere, schnelle 3.8 Flash liegt dort mit 41 Punkten vor dieser Vorabversion (Tabelle).
- Direktere Antworten: Laut Google wiederholt sich Argon seltener und lässt Floskeln weg (mehr dazu).
- Weniger unnötige Ablehnungen: Laut Modellkarte lehnt Argon deutlich seltener Anfragen ohne guten Grund ab als 3.1 Pro (Modellkarte).
- Längere Denkwege für Entwickler: Über die API kann Argon viel länger an einer Antwort arbeiten als bisher (Details).
In der Gemini-App stehen neben Argon weiter 3.5 Flash-Lite, 3.8 Flash und 3.1 Pro zur Wahl. Im Abo Google AI Plus, in dem Argon fehlt, wählst Du zwischen Flash-Lite, Flash und 3.1 Pro (Google-Hilfe).
Nicht verwechseln: Gemini 4 Pro, Google AI Pro und Gemma 4
Gemini 4 Argon ist bisher das einzige Modell der Gemini-4-Reihe. Ein Gemini 4 Pro oder Gemini 4 Flash hat Google weder veröffentlicht noch mit Namen angekündigt. Google verspricht nur allgemein den Rest der Gemini-4-Familie (Google-Blog).
Der Name „Gemini 4 Pro“ stammt aus Gerüchten vor dem Start. Google AI Pro ist dagegen ein Abo, kein Modell.
Auch Gemma 4 ist etwas anderes: Googles offene Modelle, die Du herunterladen und auf eigenen Rechnern betreiben kannst (Google Cloud). Gemini 4 Argon läuft nur über Googles Dienste.
Gemini 4 Argon im Test: 9 Aufgaben gegen Claude Opus 5.5 und GPT-6 Astra
Gemini 4 Argon musste in unserem Praxistest neun Aufgaben aus dem Arbeitsalltag lösen, von der Kundenmail bis zum Mietvertrag. Dieselben Aufträge bekamen Claude Opus 5.5 und GPT-6 Astra in ChatGPT.
Drei Aufgaben waren aufwendige Projekte mit Code: ein Spiel, eine 3D-Simulation und ein animierter Produktteaser.
So haben wir getestet
- Modelle: Alle drei liefen jeweils in der höchsten Denkstufe, die uns zur Verfügung stand. Gemini 4 Argon nutzten wir im Abo Google AI Ultra mit dem Denkaufwand „Hoch“ (in unseren Bildern „High“), Claude Opus 5.5 mit „Maximal“ und GPT-6 Astra in ChatGPT mit „Sehr hoch“.
- Gleiche Bedingungen: Alle Modelle bekamen exakt denselben Auftrag. Wir haben ihn einmal abgeschickt und nichts nachgebessert, so bleiben die Ergebnisse vergleichbar.
- Bewertung: Die Dauer haben wir gemessen, die Rangfolge ist unser Eindruck.
Wichtig: Das sind Einzelbeispiele, kein wissenschaftlicher Test. Im Alltag besserst Du Ergebnisse oft noch nach.
Alle Ergebnisse auf einen Blick
Gemini 4 Argon war in acht von neun Aufgaben zuerst fertig, vorn lag es aber nur bei den beiden Text-Aufgaben.
| Aufgabe | Gemini 4 Argon | Claude Opus 5.5 | GPT-6 Astra | Vorn laut unserem Eindruck |
|---|---|---|---|---|
| 1. Meteor-Spiel | 10 Min. | 55 Min. | rund 28 Min. | Claude |
| 2. Kundenmail | 45 Sek. | rund 30 Sek. | rund 1 Min. | Argon, knapp |
| 3. Motivierende Geschichte | 2:30 Min. | 5:30 Min. | 6:30 Min. | Argon, knapp vor Claude |
| 4. Rom-Simulation | 15 Min. | 1 Std. 30 Min. | gut 40 Min. | Claude, mit Abstand |
| 5. Präsentation | rund 1,5 Min. | 6 Min. | 7:30 Min. | Claude |
| 6. Motion-Video | rund 12 Min. | rund 26 Min. | nicht getestet | Claude |
| 7. KI-News-Recherche | 5:30 Min. | 7:30 Min. | 14:20 Min. | ChatGPT |
| 8. Mietvertrag prüfen | 3:30 Min. | 7 Min. | nicht getestet | Claude, knapp |
| 9. Website | 5 Min. | 23 Min. | 15 Min. | Claude |
Fett ist jeweils die kürzeste Dauer.
Test 1: Meteor-Spiel
Die Aufgabe: ein Spiel, in dem ein Raumschiff durch ein Meteoritenfeld fliegt. Es soll schießen, Meteoriten zerstören und Münzen sammeln, mit denen der Spieler sein Schiff aufrüstet.
Argons Spiel landete bei uns auf Platz 2. Spielfluss und Animationen waren bei Argon und Claude deutlich besser als bei ChatGPT, dessen Version uns am wenigsten Spaß machte.

Claudes Spiel sah klar am besten aus. Dafür brauchte Claude mehr als fünfmal so lange wie Argon.

Test 2: Kundenmail
Das Szenario: Ein Kunde schreibt eine wütende E-Mail, weil seine Website ausgefallen ist, und droht mit einem Anwalt. Das Modell soll eine möglichst gute Antwort verfassen. Das Beispiel ist erfunden.
Alle drei schnitten ähnlich ab. Am besten gefiel uns Argons Antwort: Sie kommt direkt zum Punkt, nimmt dem Kunden zuerst die größte Sorge und entschuldigt sich.
Danach folgen zwei gute Vorschläge, damit so ein Ausfall nicht wieder passiert.

Claudes Antwort war ebenfalls gut, die Vorschläge fast gleich. ChatGPTs Mail gefiel uns am wenigsten, der Abstand war aber klein.
Test 3: Motivierende Geschichte
Gesucht war eine motivierende Geschichte, die Mut macht, nicht aufzugeben und die eigenen Ziele weiterzuverfolgen.
Argons Geschichte gefiel uns am besten und war in weniger als der Hälfte der Zeit fertig. Hier ihr Anfang.
Der Cursor in Zelle F14 blinkte im selben Takt wie der pochende Nerv hinter Maras rechter Schläfe.
Zweitausendachthundertvierzig Euro und fünfzig Cent. Mara wusste, dass die Zahl sich nicht ändern würde, wenn sie die Tabelle schloss und wieder öffnete, aber sie tat es trotzdem. Draußen schob der Novemberwind schräge graue Regenfäden über die Fensterscheibe ihres vierzehn Quadratmeter großen Arbeitszimmers, das vor achtzehn Monaten noch das Gästezimmer gewesen war. Auf der Fensterbank stand eine Tasse Hafermilchkaffee, auf der sich längst eine dünne Haut gebildet hatte.
Unter Zelle F14 reihten sich die roten Posten für den Dezember auf: Warmmiete, Krankenkasse, das Leasing für den Laptop, dazu siebzehn verschiedene Software-Abos, die sie im ersten Halbjahr abgeschlossen hatte, als sie sich wie ein echtes Ein-Frau-Unternehmen fühlen wollte. Ein Tool für automatisierte Terminbuchungen, die niemand buchte. Ein Programm für schicke Angebots-PDFs, die niemand unterschrieb.
Claude lag knapp dahinter. ChatGPTs Text klang am ehesten nach KI. Wie Du KI-Texte natürlicher klingen lässt, zeigt unser Artikel KI-Texte vermenschlichen.
Test 4: Rom-Simulation
Gefragt war eine begehbare 3D-Simulation des antiken Rom, unter anderem mit dem Kolosseum und weiteren bekannten Gebäuden.
Claudes Rom sah mit Abstand am besten aus, ChatGPTs etwas besser als Argons. Argon war allerdings schon nach 15 Minuten fertig, Claude erst nach anderthalb Stunden.
Argons Kolosseum ist schlicht, für die kurze Zeit aber ein starkes Ergebnis.

Claudes Version ist deutlich detailreicher.

Test 5: Präsentation
Die Aufgabe: eine Präsentation mit acht Folien, die einem Getränkehändler einen erfundenen Energy-Drink schmackhaft macht.
Argon war am schnellsten fertig, das Design blieb aber schlicht. Die Folie zu Preisen und Konditionen besteht aus zwei Preiskästen und einer Tabelle auf weißem Grund.

Das klar beste Design lieferte Claude, hier seine Titelfolie.

ChatGPTs Präsentation lag zwischen beiden.
Test 6: Motion-Video
Diesmal ging es um einen 15 Sekunden langen Produktteaser für den Energy-Drink als HTML-Animation. Das ist ein animiertes Video aus Code, das im Browser abläuft.
Argons Teaser endet mit der Dose zwischen fliegenden Erdbeeren. Das Ergebnis ist in Ordnung, wirkt aber nicht professionell.

Claude brauchte mehr als doppelt so lange, sein Teaser wirkte dafür deutlich professioneller.

Wie Claude solche Animationen baut, erklärt unser Artikel zu Claude Opus 5.5.
Test 7: KI-News-Recherche
Die Aufgabe: die wichtigsten KI-News der letzten sieben Tage recherchieren und als Dashboard darstellen, also als Übersichtsseite mit Kacheln. Es lief eine normale Recherche, nicht der gründlichere Recherche-Modus Deep Research.
Hier hat uns Argon enttäuscht. Es fehlten wichtige Meldungen, sogar der Start von Gemini 4 Argon selbst. Das Dashboard sah zudem aus wie viele KI-Entwürfe, mit dunklen Kacheln und kleinen farbigen Symbolen.

Die Meldungen in den Kacheln stammen von Argon, geprüft haben wir sie nicht.
Claude hatte die wichtigsten Meldungen und ein ansprechendes Dashboard. Am gründlichsten recherchierte ChatGPT, brauchte dafür aber fast dreimal so lange wie Argon.
Argons Trainingswissen reicht laut Google bis März 2026 (Modellkarte). Neuere Ereignisse kennt es nur aus der Websuche.
Unser Tipp: Prüf bei aktuellen Themen die Quellen, die Gemini nennt. Für gründliche Recherchen ist Deep Research gedacht.
Test 8: Mietvertrag prüfen
Beim Mietvertrag traten nur Argon und Claude an. Sie sollten einen erfundenen Mietvertrag als PDF prüfen, der sehr vermieterfreundlich formuliert ist und eingebaute Fallstricke enthält.
Die Frage: Würdest Du als Mieter so unterschreiben?
Beide erkannten die wichtigsten Punkte und gingen den Vertrag Klausel für Klausel durch, Argon in der Hälfte der Zeit.

Perfekt war keines der Ergebnisse. Wir haben beide mehrfach von anderen Modellen gegenprüfen lassen, Claude schnitt etwas besser ab.
Argon verwechselte Quadratmeter und Kubikmeter, vermutlich beim Lesen der PDF. Auf das Ergebnis hatte das kaum Einfluss.
Hinweis: Eine KI ersetzt keine Rechtsberatung. Lass wichtige Verträge von einer Fachperson prüfen.
Test 9: Website
Zum Schluss sollte jedes Modell eine Website für den Energy-Drink bauen, diesmal mit einem sehr kurzen Auftrag.
Argon war als Erstes fertig. Seine Seite erfüllt ihren Zweck, folgt aber dem Muster vieler KI-Websites: dunkler Hintergrund, leuchtende Farben und eine riesige Überschrift mit farbig hervorgehobenen Wörtern.

Die beste Seite lieferte Claude, ChatGPTs war ebenfalls stark.

Was die Tests zeigen
Argon ist das schnellste der drei Modelle und schreibt sehr gute Texte. Beim Design überzeugte uns Claude mehr, bei der Recherche ChatGPT.
- Tempo: In acht von neun Tests war Argon zuerst fertig, oft in einem Bruchteil der Zeit.
- Texte: Kundenmail und Geschichte klangen natürlich, und die Geschichte machte Mut.
- Design und Layout: In allen Design-Tests lag Claude Opus 5.5 klar vorn.
- Recherche und Verträge: Bei der Recherche fehlten wichtige Meldungen, beim Mietvertrag war Claude etwas besser (warum uns das überrascht).
- Nutzungslimit: In unseren Konten zehrte Argon stark am Limit, ChatGPT ebenfalls, Claude am wenigsten (Zahlen und so siehst Du Deinen Verbrauch).
Mehr holst Du aus Argon heraus, wenn Du klare Anforderungen stellst, etwa zu Design, Zielgruppe und Umfang, und das Ergebnis in mehreren Runden verbessern lässt. Wie das geht, zeigt unser Guide Prompting lernen.
Was Gemini 4 Argon kann und was das für Dich heißt
Gemini 4 Argon ist für schwierige Aufgaben gebaut, die viele Denkschritte brauchen. Als Schwerpunkte nennt Google Softwareentwicklung, Wissensarbeit wie Recht und Finanzen, Wissenschaft und Cyber-Abwehr, dazu kreatives Schreiben (Modellkarte).
Denken in drei Stufen
Argon überlegt vor jeder Antwort in Zwischenschritten. Wie gründlich, legst Du über den Denkaufwand fest: In der Gemini-App wählst Du Niedrig, Mittel oder Hoch (Google-Hilfe).
Für schwierige Aufgaben lohnt sich „Hoch“, denn ohne Auswahl nutzt die App „Niedrig“. Auch Googles Benchmarks, also standardisierte Tests, laufen mit der höchsten Stufe.
Mehr Denken kostet aber Zeit und mehr von Deinem Nutzungslimit. So stellst Du den Denkaufwand ein.
Den besonders gründlichen Modus Deep Think gibt es mit Argon nicht. Er läuft im Abo Google AI Ultra weiterhin über das Modell 3.1 Pro (Google-Hilfe).
Sehr lange Dokumente auf einmal
Argon berücksichtigt bis zu 1.048.576 Token auf einmal (Gemini API). Token sind die kleinen Textbausteine, in die KI-Modelle Text zerlegen.
Diese Menge heißt Kontextfenster. Bei Argon teilen sich Deine Eingabe, die Denkschritte und die Antwort dieses Fenster. Laut Google reicht 1 Million Token für bis zu 1.500 Seiten Text oder 30.000 Zeilen Code (Google-Hilfe).
In der Gemini-App bekommst Du die volle Million mit Google AI Pro und Ultra (Google-Hilfe).
Du kannst also lange Verträge, Berichte oder ganze Dokumentensammlungen hochladen und Fragen dazu stellen. In Googles Tests mit sehr langen Texten liegt Argon klar vor der Konkurrenz (Benchmarks).
Achte dabei auf Deine Daten: Einen Teil der Chats in der Gemini-App sehen sich laut Google menschliche Prüfer an, um die Dienste zu verbessern. Google rät deshalb, keine vertraulichen Informationen einzugeben (Google-Hilfe).
Entferne vor dem Hochladen also echte Namen, Adressen und Kundendaten. Was die Einstellung „Aktivitäten speichern“ dabei bewirkt, erklärt unser Gemini Tutorial.
Versteht Bilder und Videos, antwortet aber nur mit Text
Argon nimmt Text, Bilder, Audio, Videos und PDF-Dateien entgegen, antwortet aber nur mit Text (Gemini API). Fachleute nennen ein solches Modell multimodal.
Bittest Du in der Gemini-App um ein Bild, ein Video oder Musik, übernehmen das andere Google-Modelle. Bilder erstellt dort zum Beispiel Nano Banana 2, Videos gibt es erst ab Google AI Plus (Google-Hilfe).
Was heißt das für Dich? Lass Argon Diagramme, Fotos von Dokumenten oder lange Videos auswerten. Für neue Bilder musst Du es gar nicht erst auswählen.
Schreiben: direkter und mit weniger Floskeln
Laut Google antwortet Argon direkter, wiederholt sich seltener und lässt Floskeln weg (Google-Blog). Stilvorgaben soll es besser einhalten als alle früheren Gemini-Modelle (Google-Blog).
Bei E-Mails, Geschichten und Werbetexten brauchst Du dadurch weniger Nacharbeit.
Wie das aussieht, zeigt Argons Antwort an einen wütenden Kunden aus unserem Test.
Programmieren, Agenten und Antigravity
Als große Stärke nennt Google das Programmieren und lange Aufgaben, die ein Modell in vielen Schritten selbstständig erledigt. Besonders verbessert seien räumliches Denken, mathematische Genauigkeit und Code für Grafiken, etwa für 3D-Darstellungen und Spiele (Google-Blog).
Für solche Aufgaben setzt Google auf Agenten. Das sind KI-Programme, die mehrere Arbeitsschritte hintereinander erledigen, zum Beispiel Dateien anlegen, Code testen und Fehler beheben.
Googles Werkzeug dafür heißt Antigravity, ein Programm zum Programmieren mit KI-Agenten. Argon gibt es dort nur mit Google AI Ultra (Details für Entwickler).
Webseiten und kleine Apps baut Argon auch direkt in der Gemini-App, in unserem Website-Test schneller als Claude und ChatGPT.
Benchmarks und unabhängige Tests: Wie gut ist Gemini 4 Argon?
In Googles eigenen Tests liegt Gemini 4 Argon in den meisten Bereichen vorn. In einigen Programmier- und Wissenschaftstests schneiden Claude Opus 5.5 oder GPT-6 Astra besser ab.
Unabhängige Testdienste sehen Argon in der Spitzengruppe. Im Gesamtindex von Artificial Analysis liegt Claude Opus 5.5 aber vor Argon.
Ein Benchmark ist ein standardisierter Test, meist mit dem Ergebnis in Prozent gelöster Aufgaben. Höhere Werte sind besser.
Was Google selbst misst
Google vergleicht Argon mit GPT-6 Astra von OpenAI sowie mit Claude Fable 5.1 und Claude Opus 5.5 von Anthropic. Fable 5.1 ist Anthropics Modell für besonders anspruchsvolle, lange Aufgaben (Anthropic). Die Werte der Konkurrenz stammen meist aus deren eigenen Angaben, einige aus öffentlichen Ranglisten (Modellkarte).
Googles Tabelle nach Bereichen zusammengefasst:
| Bereich | Was getestet wird | Argon im Vergleich |
|---|---|---|
| Wissensarbeit | Aufgaben aus Finanzen, Recht und Büro | vorn in allen 4 Tests |
| Programmieren mit Agenten | Die KI löst Programmieraufgaben in vielen Schritten selbst. | vorn in 2 von 3 Tests, einmal liegt GPT-6 Astra vorn |
| Programmieren im Terminal | Arbeit im Terminal, dem Textfenster, in das Programmierer Befehle tippen | hinten: Claude Opus 5.5 66,4 %, Argon 57,4 % |
| KI-Entwicklung | Die KI verbessert selbst ein KI-Modell. | hinten: Claude Opus 5.5 49,3 %, Argon 45,3 % |
| Wissenschaft und Mathematik | Forschungs- und Matheaufgaben | vorn in 2 von 3 Tests, einmal liegen GPT-6 Astra und Claude Opus 5.5 vorn |
| Sehr lange Texte | Zusammenhänge in riesigen Textmengen finden | vorn in beiden Tests, bei den längsten Texten mit 84,2 % zu 71,8 % |
| Computer bedienen | Die KI steuert selbst einen Computer. | gemischt: einmal vorn, einmal hinter GPT-6 Astra |
| Bilder und Videos verstehen | Diagramme und lange Videos auswerten | vorn in beiden Tests |
| Cyber-Sicherheit | Sicherheitslücken in Code finden | gleichauf mit GPT-6 Astra (je 68,0 %) |
Alle Testnamen und Einzelwerte stehen in der Modellkarte von Google DeepMind, Werte von Oktober 2026.
Einer der vier Tests zur Wissensarbeit ist der Rechtstest von Harvey, einem Anbieter von KI-Software für Juristen. In Googles Tabelle liegt Argon dort vor allen drei Vergleichsmodellen.
Der unabhängige Testdienst Vals AI vergleicht in diesem Rechtstest aber 79 Modelle. Dort landet Argon nur auf Platz 6 (Vals AI).
Was unabhängige Tests sagen
Im Intelligence Index von Artificial Analysis erreicht Gemini 4 Argon 53 Punkte, gerundet so viel wie GPT-6 Astra. Der unabhängige Testdienst fasst darin zehn Tests zu einem Punktwert zusammen (Artificial Analysis).
| Modell (Hersteller) | Intelligence Index |
|---|---|
| Claude Opus 5.5 (Anthropic) | 58 |
| Claude Sonnet 5.5 (Anthropic) | 56 |
| Muse Wonder Full (Meta) | 56 |
| Claude Fable 5.1 (Anthropic) | 53 |
| GPT-6 Astra (OpenAI) | 53 |
| Gemini 4 Argon (Google) | 53 |
| GPT-6.1 Sol (OpenAI) | 52 |
| Gemini 3.8 Flash (Google) | 41 |
Gemessen wurde jeweils die gründlichste Stufe, Stand der Werte ist der 14. Oktober 2026. An Claude Opus 5.5, Claude Sonnet 5.5 und Muse Wonder Full von Meta kommt Argon im Gesamtwert nicht heran.
GPT-6.1 Sol ist ein neueres, über die API deutlich günstigeres Modell von OpenAI (OpenAI).
Andere Testdienste sehen Argon weiter vorn:
- Vals AI: Im Vals Index mit Aufgaben aus Finanzen, Recht und Programmierung liegt Argon mit 68,9 Prozent auf Platz 1 von 48 Modellen (Vals AI).
- Epoch AI: In einem Test mit schweren Fachfragen aus den Naturwissenschaften (GPQA Diamond, 96,4 Prozent) und in einem Faktentest (SimpleQA Verified, 76,0 Prozent) erreicht Argon die höchsten Werte im Datensatz (Epoch AI).
Wie oft erfindet Gemini 4 Argon Antworten?
Gemini 4 Argon rät seltener als andere Spitzenmodelle, wenn es eine Antwort nicht weiß. Erfindet eine KI Antworten, nennt man das Halluzination.
Das zeigt der Wissenstest AA-Omniscience von Artificial Analysis: Weiß Argon eine Antwort nicht, rät es nur in 15 von 100 Fällen trotzdem. GPT-6 Astra rät in 51 Fällen, Claude Opus 5.5 in 59 (Artificial Analysis).
Dafür beantwortet Argon in diesem Test nur 50 Prozent der Fragen richtig, Astra 63 und Opus 5.5 66 Prozent (Artificial Analysis). Heißt: Argon sagt öfter „weiß ich nicht“.
Wichtige Fakten prüfst Du trotzdem besser selbst.
Passt das zu unserer Praxis?
Die Benchmarks von Gemini 4 Argon passen nur teilweise zu unserem Praxistest. Bei Texten decken sie sich mit unseren Ergebnissen, bei Wissensarbeit wie Recherche und Vertragsprüfung nicht.
- Texte: In der Text-Rangliste der Arena, in der Menschen anonyme Antworten vergleichen, lag Argon Ende September, noch vor dem allgemeinen Start, vorläufig auf Platz 1 (Arena auf X). Auch in unseren Text-Tests lag Argon vorn.
- Design und Webseiten: Hier lag in unseren Tests Claude vorn. Auch Google-Mitarbeiter sehen laut einem Bericht Schwächen beim Design (mehr dazu).
- Wissensarbeit: Hier führt Argon in Googles Tabelle und bei Vals AI. In unserer Recherche fehlten aber wichtige Meldungen, und beim Mietvertrag war Claude etwas besser.
Ein möglicher Grund: Benchmarks laufen mit festen Aufgaben und Werkzeugen, unsere Tests dagegen mit Aufgaben aus dem Alltag, jeweils in einem Durchgang ohne Nachbessern.
Verlass Dich deshalb nicht blind auf Benchmarks und teste Argon mit Deinen eigenen Aufgaben.
Gemini 4 Argon, Claude oder ChatGPT: Was nimmst Du wofür?
Gemini 4 Argon ist die richtige Wahl, wenn Du starke Texte schnell brauchst. Für Design und aufwendige Grafik-Projekte empfehlen wir Claude Opus 5.5, für aktuelle Recherche ChatGPT.
| Aufgabe | Unser Testsieger | Am schnellsten | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| Texte wie Kundenmails und Geschichten | Gemini 4 Argon, knapp vor Claude | Argon bei der Geschichte, Claude bei der Mail | Die Unterschiede waren klein. |
| Präsentationen und Websites | Claude Opus 5.5 | Gemini 4 Argon | Argons Design wirkte schlicht. |
| Spiele, Simulationen und Animationen | Claude Opus 5.5 | Gemini 4 Argon | Claude brauchte ein Vielfaches der Zeit. |
| Recherche zu aktuellen Themen | ChatGPT (GPT-6 Astra) | Gemini 4 Argon | Argon fehlten wichtige Meldungen. |
| Verträge prüfen | Claude Opus 5.5, knapp | Gemini 4 Argon | Argon verwechselte eine Einheit. Ergebnis immer gegenprüfen. |
Zwei Fälle haben wir nicht selbst getestet: Für sehr lange Dokumente spricht Argons Vorsprung in Googles Tests mit langen Texten. Beim Programmieren im Terminal liegt laut Googles Tabelle Claude Opus 5.5 vorn.
Wie Du mit Claude startest, zeigt unser Claude Tutorial, für ChatGPT unser ChatGPT Tutorial.
Was kosten die Abos mit dem jeweiligen Spitzenmodell?
Die günstigsten Abos mit Argon, Opus 5.5 und Astra kosten jeweils rund 22 Euro im Monat. Für Claude und ChatGPT ist das der Preis im deutschen App Store.
| Spitzenmodell | Günstigstes Abo | Preis im Monat |
|---|---|---|
| Gemini 4 Argon | Google AI Pro | 21,99 Euro (Tarifseite) |
| Claude Opus 5.5 | Claude Pro (Preisseite) | 22 Euro im App Store |
| GPT-6 Astra | ChatGPT Plus, Astra dort nur „eingeschränkt“ (Preisseite) | 22,99 Euro im App Store |
Preise abgerufen am 14. Oktober 2026. Auf seiner Website nennt Anthropic für Claude Pro 20 US-Dollar.
Unsere Einschätzung zum Preis-Leistungs-Verhältnis: Hier liegt derzeit Claude vorn. Für einen ähnlichen Monatspreis lieferte Opus 5.5 in unseren Tests die besten Ergebnisse bei Design und Code. Außerdem beanspruchte Claude in unseren Konten das Nutzungslimit am wenigsten.
Welche ChatGPT-Modelle es gibt, erklärt unser Überblick zu den ChatGPT Modellen.
Gemini 4 Argon nutzen: Welches Abo Du brauchst und wo Du es auswählst
In der Gemini-App brauchst Du für Gemini 4 Argon mindestens das Abo Google AI Pro. Mit dem kostenlosen Zugang und mit Google AI Plus ist Argon gesperrt (Google-Hilfe).
| Tarif | Preis im Monat | Argon im Chat | Argon in Antigravity |
|---|---|---|---|
| Kostenlos | 0 Euro | nein | nein |
| Google AI Plus | 4,99 Euro | nein | nein |
| Google AI Pro | 21,99 Euro | ja | nein |
| Google AI Ultra | 99,99 Euro (5-fache Pro-Limits) oder 219,99 Euro (20-fache) | ja, höchste Limits | ja |
Preise laut Tarifseite von Google, abgerufen am 14. Oktober 2026, Angaben zu Antigravity laut Antigravity-Doku.
Mit Pro und Ultra kannst Du Argon außerdem im KI-Modus der Google-Suche nutzen (Google-Blog). Alle Gemini-Abos im Detail vergleicht unser Gemini Tutorial.
Unsere Empfehlung: Für Argon in der App reicht Google AI Pro. Ultra lohnt sich erst, wenn Du Argon in Antigravity brauchst oder sehr viel damit arbeitest.
So wählst Du 4 Argon aus und stellst den Denkaufwand ein
Du stellst das Modell direkt im Eingabefeld um. Öffne dafür gemini.google.com im Browser und melde Dich mit dem Google-Konto an, in dem Du Google AI Pro oder Ultra gebucht hast.
- Klicke im Eingabefeld rechts auf den Knopf mit dem aktuellen Modell, im Bild Argon.

- Wähle in der Liste 4 Argon mit dem Zusatz „Komplexe Aufgaben“. Ein Haken zeigt Dir, dass es ausgewählt ist.

- Öffne die Liste noch einmal und zeige mit der Maus auf Denkaufwand. Rechts klappt ein kleines Menü auf.
- Klicke dort auf Hoch.

Der Haken bei „Niedrig“ zeigt die Voreinstellung. Gemini behält Modell und Denkaufwand für den ganzen Chat bei, auch wenn Du später dorthin zurückkehrst (Google-Hilfe).
Auch in der App für Android und iPhone kannst Du das Modell laut Google-Hilfe wechseln. Wie Du mit Gemini insgesamt bessere Antworten bekommst, zeigen unsere Gemini Tipps und Tricks.
Argon fehlt in Deiner Modellauswahl?
Meist liegt es am Tarif oder an der schrittweisen Freischaltung. Prüf diese Punkte:
- Tarif: Ohne Abo steht neben „4 Argon“ ein Schloss (so sieht das aus), und auch Google AI Plus enthält Argon laut Google nicht. In beiden Fällen brauchst Du ein Upgrade auf Pro oder Ultra.
- Konto: Prüf, ob Du im richtigen Google-Konto angemeldet bist, also in dem mit dem Abo.
- Freischaltung: Google rollt Argon laut Versionshinweisen schrittweise aus (Versionshinweise).
- Arbeits- oder Schulkonto: Hier hängt die Modellauswahl von der Lizenz Deiner Organisation ab (Google-Hilfe).
Nutzungslimits: Wie viel Argon steckt im Abo?
Eine feste Zahl an Argon-Anfragen nennt Google nicht. Die Limits richten sich nach der Rechenleistung: Komplexe Anfragen, lange Chats, große Modelle und ein hoher Denkaufwand zählen stärker.
Dein Kontingent erneuert sich alle 5 Stunden, bis Du das Wochenlimit erreichst. Ist es aufgebraucht, geht der Chat mit dem einfacheren Modell Flash-Lite weiter (Google-Hilfe).
Deinen Verbrauch siehst Du so:
- Klicke in der Gemini-App unten links neben Deinem Namen auf das Zahnrad.
- Wähle im Menü unter „Konto“ den Eintrag Nutzungslimits.

Die Seite zeigt zwei Werte: die Aktuelle Nutzung im laufenden 5-Stunden-Fenster und das Wöchentliche Limit.
Im Bild hat gerade eine neue Woche begonnen, deshalb steht das Wochenlimit erst bei 2 Prozent:

In unserer Testwoche waren nach den neun Tests und einigen weiteren rund 20 Prozent des Wochenlimits verbraucht. Wir nutzen Google AI Ultra in der Stufe mit fünffachen Pro-Limits (Tarifseite).
Laut Google sind die Limits bei Ultra höher als bei Pro (Google-Hilfe). Mit Google AI Pro kann Dein Wochenlimit deshalb schneller aufgebraucht sein. Nimm für einfache Fragen ein Flash-Modell und wechsle nur für schwierige Aufgaben zu Argon.
Werkzeuge und Modus Task in der Gemini-App
In der Gemini-App kombinierst Du Argon mit den Werkzeugen aus dem Plus-Menü. Klicke dafür links im Eingabefeld auf das Plus-Zeichen.
Mit ausgewähltem Argon stehen dort diese Einträge:

- Canvas: Arbeitsfläche neben dem Chat für längere Texte und kleine Apps
- Deep Research: gründliche Internet-Recherche mit Bericht und Quellen
- Lernhilfe: erklärt ein Thema Schritt für Schritt, mit Rückfragen
- Bild, Video und Musik erstellen: erledigen eigene Google-Modelle, nicht Argon
Wie Du Canvas und die anderen Werkzeuge nutzt, zeigt unser Gemini Tutorial. Wiederkehrende Anweisungen speicherst Du als Gemini Skills und rufst sie über „@“ im Eingabefeld auf.
Neu ist der Modus Task unter dem Eingabefeld. Damit erledigt Gemini Aufgaben und ganze Arbeitsabläufe selbstständig, auch wenn Du nicht am Computer sitzt. Dabei arbeitet es zum Beispiel in Deinen Google-Apps (Google-Blog).
In Deutschland kannst Du den Modus derzeit aber nicht nutzen: Den Agenten dahinter, Gemini Spark, gibt es laut Google im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) nicht (Google-Hilfe).
Außerhalb des EWR brauchst Du dafür Google AI Pro oder Ultra (Google-Hilfe). So sieht der Modus in einem Konto außerhalb des EWR aus:

Gemini 4 Argon in Deutschland
Laut Google ist Argon weltweit freigegeben, also auch in Deutschland. Die Abos Google AI Plus, Pro und Ultra stehen in Googles Länderliste für Deutschland (Google-Hilfe).
Den Modus Task kannst Du hier aber nicht nutzen. Außerdem musst Du für ein Google-AI-Abo im EWR mindestens 18 Jahre alt sein (Google-Hilfe).
Zur Qualität auf Deutsch macht Google keine Angabe. Unsere beiden Text-Tests mit deutschen Aufträgen, Kundenmail und Geschichte, entschied Argon knapp für sich.
Welche Gemini-Funktionen in Deutschland fehlen, steht in unserem Gemini Tutorial.
Gemini 4 Argon kostenlos nutzen: Geht das?
Nein, Gemini 4 Argon kannst Du nicht kostenlos nutzen. In der kostenlosen Gemini-App ist Argon gesperrt, ebenso mit Google AI Plus (Google-Hilfe).
In unserem Konto ohne Abo steht neben „4 Argon“ ein Schloss:

Klickst Du auf den gesperrten Eintrag, öffnet sich das Fenster „Gemini 4 freischalten“. Welches Abo Du brauchst, steht dort nicht: Es ist Google AI Pro oder Ultra.

Mit Später schließt Du das Fenster, ohne etwas zu buchen.
Auch über die Gemini API gibt es Argon nur in der Bezahlstufe (Preisseite), in Antigravity erst mit Ultra.
Was Du kostenlos bekommst: In der Gemini-App wählt „Automatic“ für Dich Modelle der Gemini-3-Reihe aus, meist das schnelle Flash-Lite (Google-Hilfe). Für Entwickler hat Gemini 3.8 Flash eine kostenlose Stufe in der API (Preisseite).
Einen kostenlosen Testmonat für Google AI Pro nennt die deutsche Tarifseite nicht ausdrücklich, im Kleingedruckten steht nur allgemein ein Probezeitraum. Das Studierenden-Angebot mit einem Jahr Google AI Plus enthält kein Argon (Tarifseite).
Ausnahmen gibt es nur für kleine Gruppen, etwa 10.000 Forschende mit sechs Monaten kostenloser Antigravity-Höchststufe und geprüfte Organisationen aus der Cyber-Abwehr (Google-Blog).
Gemini 4 Argon für Entwickler: Antigravity, API-Preise und Ausgabegrenze
Entwickler nutzen Gemini 4 Argon über die Gemini API, in Google AI Studio und in Antigravity. Abgerechnet wird über die API je Token statt mit einem festen Monatspreis. Nutzt Du Argon nur in der Gemini-App, kannst Du diesen Abschnitt überspringen.
Antigravity, AI Studio und API
In Antigravity gibt es Argon nur mit Google AI Ultra oder einem berechtigten Gemini-Enterprise-Abo (Antigravity-Doku). Antigravity gibt es als App für den Computer, als eigenen Programmier-Editor (Antigravity IDE), für das Terminal und als Erweiterung für Programmier-Software (Antigravity-Blog).
Argon steht überall außer in der Antigravity IDE zur Wahl (Antigravity-Doku). So sieht die Modellwahl in der Antigravity-App aus (englische Oberfläche):

Mit Google AI Pro nutzt Du Antigravity ohne Argon, zum Beispiel mit Gemini 3.8 Flash oder mit Claude Opus 5.5 von Anthropic, das es aber nicht im Probeabo gibt (Antigravity-Doku).
Seit dem 13. Oktober 2026 steckt Antigravity zudem in der Gemini-App für macOS, dort nur auf Englisch (Versionshinweise).
- Google AI Studio, Googles Web-Werkzeug zum Ausprobieren der Modelle: Argon mit API-Schlüssel und Abrechnung oder mit Ultra, nicht mit Pro (Gemini API).
- Gemini API: nur in der Bezahlstufe, nicht in der kostenlosen Stufe und nicht über ein Pro-Abo. Voreingestellt ist dort der mittlere Denkaufwand (Gemini API).
- Unternehmen: über Googles Cloud, auf Wunsch mit dem Standort EU (Google Cloud).
API-Preise
Über die API kostet Gemini 4 Argon 2 US-Dollar je Million Eingabe-Token und 10 US-Dollar je Million Ausgabe-Token. Dieser Einführungspreis gilt bis zum 30. November 2026, ab dem 1. Dezember zahlst Du das Doppelte (Preisseite, Google-Blog).
Eingabe ist der Text, den ein Programm an Argon schickt, Ausgabe die Antwort samt Denkschritten.
| Stufe (je 1 Million Token) | bis 30.11.2026 | ab 01.12.2026 |
|---|---|---|
| Standard (Eingabe / Ausgabe) | 2 / 10 US-Dollar | 4 / 20 US-Dollar |
| Zwischengespeicherte Eingabe (Standard) | 0,10 US-Dollar | 0,20 US-Dollar |
| Batch und Flex (für nicht eilige Anfragen) | 1 / 5 US-Dollar | 2 / 10 US-Dollar |
| Priority (bevorzugt) | 3,60 / 18 US-Dollar | 7,20 / 36 US-Dollar |
Preise laut Preisseite der Gemini API, abgerufen am 14. Oktober 2026.
Text, den ein Programm immer wieder mitschickt, speichert Google automatisch zwischen (Cache). Er kostet 95 Prozent weniger (Preisseite).
Preisvergleich mit Claude und GPT-6
Zum Einführungspreis kostet Argon über die API so viel wie Claude Sonnet 5.5 und nur ein Fünftel dessen, was GPT-6 Astra kostet. Ab Dezember entspricht der Preis dem von Claude Opus 5.5 (Anthropic, OpenAI).
Der Tokenpreis allein sagt aber wenig über die Kosten je Aufgabe. Argon schreibt viel: Für den Index von Artificial Analysis erzeugte es 110 Millionen Token, vergleichbar teure Modelle im Mittel (Median) 85 Millionen (Artificial Analysis).
Je Testaufgabe zahlte der Testdienst zum Einführungspreis im Schnitt 1,99 US-Dollar (Artificial Analysis). Zum Normalpreis wären es 3,98 US-Dollar (Artificial Analysis).
Ausgabegrenze und Long Decode
Eine einzelne Antwort von Argon endet über die API standardmäßig bei 65.536 Token. Mit der neuen Funktion Long Decode schreibt Argon eine Antwort in Etappen von je rund 64.000 Token weiter. Eingabe und Antwort zusammen dürfen dann bis zu 1.048.576 Token lang sein (Gemini API, Long Decode).
Gedacht ist das für sehr schwere Aufgaben in Mathematik, Wissenschaft und Programmierung, bei denen das Modell lange nachdenkt. Längere Texte bekommst Du dadurch laut Google nicht (Google Cloud).
Für die Gemini-App nennt Google keine Ausgabegrenze.
Kritik, Sicherheit und Ausblick
Gemini 4 Argon hat Schwächen, die sogar Google-Mitarbeiter sehen, und zusätzliche Schutzschichten gegen Missbrauch. Laut einem Bericht von Bloomberg sagten einige Mitarbeiter, das Modell schneide in Benchmarks gut ab, bei echter Arbeit aber schwächer.
Eine Person nannte als Schwäche das Frontend-Design, also wie Apps und Websites aussehen (Bloomberg bei The Star).
Google hält es für falsch, Argon etwa beim Programmieren schwache Leistungen zu unterstellen. Zu unseren Design-Tests passt der Bericht trotzdem.
Schwächen, die Google selbst nennt
In der Modellkarte räumt Google ein, dass Argon wie andere Modelle halluzinieren kann. Gelegentlich sei es langsam, oder Anfragen brechen wegen Zeitüberschreitung ab (Modellkarte).
Schwere Anfragen können laut Google mehrere Minuten dauern. Entwicklern rät Google deshalb, Zeitlimits von mindestens 15 Minuten einzustellen oder die Anfrage im Hintergrund laufen zu lassen (Gemini API).
Sicherheit und Datenschutz
Weil Argon sehr gut programmiert und Sicherheitslücken findet, hat Google zusätzliche Schutzschichten gegen Missbrauch eingebaut. In Googles Test führte Argon alle zwölf nachgestellten Cyberangriffe vollständig aus, das Vorgängermodell nur fünf (Google-Blog).
Bei seinen Spitzenmodellen prüft Google, ob sie bei schwerem Missbrauch helfen könnten, etwa bei Cyberangriffen oder im Bereich Biologie. Bei Argon kann Google laut Modellkarte nicht ausschließen, dass es diese kritische Grenze erreicht. Mit den zusätzlichen Schutzmaßnahmen liegt das Risiko nach Googles eigener Bewertung aber darunter (Modellkarte).
Gegen versteckte Anweisungen in Webseiten oder Dateien, sogenannte Prompt Injection, war Argon gut geschützt: Im Test des KI-Sicherheitsdienstes Gray Swan waren nur 0,7 Prozent der Angriffe erfolgreich (Google-Blog).
Beim Datenschutz kommt es darauf an, wo Du Argon nutzt. In der Gemini-App sehen sich Prüfer einen Teil der Chats an (mehr dazu oben). Daten aus der bezahlten API nutzt Google dagegen nicht, um seine Produkte zu verbessern (Preisseite).
Ausblick: Was nach Argon kommt
Google nennt Argon ausdrücklich nur den Anfang und kündigt weitere Gemini-4-Modelle an (Google-Blog). Namen und Termine gibt es dafür noch nicht.
Künftige Modelle sollen laut Google auch für den täglichen Einsatz beim Programmieren taugen (Antigravity-Blog).
Unser Praxistest und der Weg zu Argon auf einen Blick:

Fazit
Gemini 4 Argon ist Googles bisher stärkstes Modell, schlägt Claude und ChatGPT aber nicht überall. In unseren Tests war es meist deutlich früher fertig, und bei Kundenmail und Geschichte lag es vorn.
Beim Design überzeugte Claude Opus 5.5 mehr, und bei Recherche und Verträgen blieb Argon hinter dem zurück, was seine Benchmarks versprechen. Für die App reicht Google AI Pro.
Hast Du Pro oder Ultra, stell Argon mit dem Denkaufwand „Hoch“ ein und teste es mit einer Aufgabe, die Du gut kennst. Vergleiche das Ergebnis mit Claude oder ChatGPT, dann siehst Du schnell, wo Argon Dir hilft.
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Häufige Fragen
Welches Abo brauche ich für Gemini 4 Argon?
Für Gemini 4 Argon in der Gemini-App brauchst Du mindestens Google AI Pro für 21,99 Euro im Monat. Kostenlos ist Argon gesperrt, und auch Google AI Plus enthält Argon nicht. Google AI Ultra brauchst Du nur für Argon in Antigravity, Googles Programm zum Programmieren mit KI-Agenten, oder für deutlich höhere Nutzungslimits.
Ist Gemini 4 Argon besser als Claude und ChatGPT?
Nicht überall: In unserem Praxistest war Gemini 4 Argon meist zuerst fertig und lag bei Texten vorn. Beim Design überzeugte Claude Opus 5.5 mehr, bei der Recherche ChatGPT. Im Gesamtindex des Testdienstes Artificial Analysis liegt Argon gerundet gleichauf mit GPT-6 Astra und Claude Fable 5.1, aber hinter Claude Opus 5.5, Claude Sonnet 5.5 und Muse Wonder Full von Meta.
Was kostet Gemini 4 Argon für Entwickler?
Über die Gemini API zahlen Entwickler für Gemini 4 Argon 2 US-Dollar je Million eingegebener Token (Textbausteine) und 10 US-Dollar je Million ausgegebener Token. Dieser Einführungspreis gilt bis 30. November 2026, danach sind es 4 und 20 US-Dollar. Eine kostenlose Stufe gibt es für Argon nicht.
Wie wähle ich Gemini 4 Argon in der Gemini-App aus?
Klicke im Eingabefeld der Gemini-App auf den Knopf mit dem Modellnamen und wähle „4 Argon“. Unter „Denkaufwand“ stellst Du ein, wie gründlich Gemini 4 Argon nachdenkt. Für schwierige Aufgaben empfehlen wir „Hoch“, ohne Auswahl nutzt die App „Niedrig“.
Gibt es Gemini 4 Argon in Deutschland?
Ja. Google gibt Gemini 4 Argon weltweit frei, und die Abos Google AI Pro und Ultra sind in Deutschland buchbar. Eine Ausnahme ist der neue Modus Task: Den Agenten dahinter gibt es laut Google im Europäischen Wirtschaftsraum, also auch in Deutschland, derzeit nicht.
Was ist Google Antigravity?
Google Antigravity ist Googles Programm zum Programmieren mit KI-Agenten, also KI-Helfern, die viele Arbeitsschritte selbstständig erledigen. Antigravity gibt es als App für den Computer, als eigenen Editor, für das Terminal und als Erweiterung für Programmier-Software. Gemini 4 Argon steht dort nur mit Google AI Ultra oder Gemini Enterprise, Googles Angebot für Firmen, zur Wahl, nicht im Editor.
Gibt es Gemini 4 Pro oder Gemini 4 Flash?
Nein. Gemini 4 Argon ist bisher das einzige Modell der Gemini-4-Reihe. Google kündigt weitere Gemini-4-Modelle an, nennt aber weder Namen noch Termin. „Gemini 4 Pro“ stammt aus Gerüchten vor dem Start, und Google AI Pro ist ein Abo, kein Modell.
Kann Gemini 4 Argon Bilder erstellen?
Nein. Gemini 4 Argon versteht Bilder, Videos, Audio und PDFs, antwortet aber nur mit Text. Bittest Du in der Gemini-App um ein Bild, ein Video oder Musik, erledigen das andere Google-Modelle, bei Bildern zum Beispiel Nano Banana 2.
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