KI
Prompting lernen (2026): Der Guide mit 12 Techniken, die heute zählen
Prompting zu lernen heißt, einer KI wie ChatGPT, Claude oder Gemini Aufträge so zu geben, dass gleich etwas Brauchbares herauskommt.
Dabei gilt vieles nicht mehr, was lange empfohlen wurde. Bekannte Kniffe, etwa der KI zu drohen oder ihr Trinkgeld zu versprechen, bringen bei den aktuellen KI-Modellen kaum noch etwas.
Doch welche Prompting-Techniken funktionieren dann, und wie wendest Du sie im Arbeitsalltag an?
Lies jetzt diesen Prompting-Guide, um zu verstehen, was sich geändert hat und wie Du heute einen guten Prompt schreibst.
Das Wichtigste in Kürze
Prompting lernst Du, indem Du der KI Aufträge gibst wie einer neuen Kollegin: mit Ziel, Kontext, gewünschtem Format und Grenzen. Die aktuellen KI-Modelle überlegen vor der Antwort selbst und befolgen Anweisungen genauer als früher. Alte Tricks wie der Zusatz „Denke Schritt für Schritt“ sind deshalb meist überflüssig.
- Für eine einfache Frage reicht ein Satz, bei wichtigen Aufgaben lohnt sich ein ausführlicher Prompt.
- Beschreibe der KI Deine Lage genau: worum es geht und für wen das Ergebnis ist.
- Lass die KI zuerst Rückfragen stellen, wenn Deinem Auftrag noch Angaben fehlen.
- Prüfe wichtige Angaben selbst nach, denn auch mit gutem Prompt kann die KI Falsches behaupten.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Prompting?
- Aufbau: Ziel, Kontext, Format, Grenzen
- Was sich geändert hat und alte Tricks
- 12 Prompting-Techniken im Überblick
- 1. Kontext geben statt nur eine Rolle
- 2. Den Grund für eine Vorgabe nennen
- 3. Das Format ausdrücklich vorgeben
- 4. Rückfragen stellen lassen
- 5. Beispiele mitgeben (Few-Shot)
- 6. Meta-Prompting: KI schreibt den Prompt
- 7. Lange Unterlagen richtig einfügen
- 8. Denkaufwand statt „Schritt für Schritt“
- 9. Im Gespräch nachschärfen
- 10. Lange Prompts diktieren
- 11. Feste Vorgaben hinterlegen
- 12. Aufgaben zerlegen, Agenten beauftragen
- Unterschiede: ChatGPT, Claude, Gemini
- Typische Fehler und ihre Lösung
- Grenzen und Halluzinationen
- Prompting lernen und üben
- Prompt-Vorlage zum Kopieren
- Fazit
- Häufige Fragen
Was ist Prompting?
Prompting ist das Formulieren von Aufträgen an eine KI in normaler Sprache, getippt oder gesprochen. Ein Prompt ist ein einzelner Auftrag an die KI, vom kurzen Einzeiler bis zur ausführlichen Anweisung mit angehängten Unterlagen.
Eine besondere technische Schreibweise brauchst Du dafür nicht.
Beim Schreiben hilft ein Vergleich: Behandle die KI wie eine kluge neue Kollegin. Sie kann viel, kennt aber Dein Projekt und Deine Vorlieben noch nicht.
Der Vergleich stammt von den Herstellern selbst. OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, spricht von der Übergabe an einen neuen Praktikanten. Anthropic, das Unternehmen hinter Claude, spricht von einem brillanten, aber neuen Mitarbeiter.
Prompting gründlich lernen, mit System
Du willst aus Deinen normalen Prompts echte Profi-Prompts machen und dabei einem klaren System folgen? Im Profi Prompting Kurs lernst Du das Schritt für Schritt, auch ohne Technikkenntnisse.
Zum Profi Prompting KursWas sind Prompt Engineering und Context Engineering?
Prompt Engineering ist das gezielte Ausarbeiten, Testen und Verbessern von Prompts, bis die KI verlässlich das gewünschte Ergebnis liefert. Im Alltag meinen Prompting und Prompt Engineering meist dasselbe.
Context Engineering heißt, der KI gezielt die Informationen mitzugeben, die sie für eine Aufgabe braucht: Anweisungen, Unterlagen, den bisherigen Gesprächsverlauf und Werkzeuge wie die Websuche.
Anthropic nennt Context Engineering die natürliche Weiterentwicklung des Prompt Engineering, die Formulierung des Prompts ist nur noch ein Teil davon.
Was Dich in diesem Artikel erwartet, siehst Du hier auf einen Blick:

Wie ist ein guter Prompt aufgebaut? Ziel, Kontext, Format, Grenzen
Ein guter Prompt hat vier Teile: Ziel, Kontext, Format und Grenzen. Die Einteilung stammt aus der ChatGPT-Dokumentation von OpenAI.
- Ziel: Was soll die KI tun?
- Kontext (der Hintergrund): Welche Informationen und Unterlagen helfen ihr? Für wen ist das Ergebnis?
- Format (die Ausgabe): Welche Form, welche Länge und welchen Ton soll die Antwort haben?
- Grenzen: Was muss unverändert bleiben? Was soll die KI nicht tun oder vorher abklären?
Eine starre Formel ist das nicht, Du brauchst nicht jedes Mal alle vier Teile. Für eine einfache Frage reicht ein Satz. Bei großen oder wichtigen Aufgaben hilft Dir das Grundgerüst, an alles Wichtige zu denken.
Fast dieselben Teile nennt Google, der Hersteller von Gemini: Rolle (bei Google „Persona“), Aufgabe, Kontext und Format. Die Rolle legt fest, als wer die KI antworten soll.
Solche Grundgerüste heißen oft auch Prompt-Framework.
Wie viel das Grundgerüst ausmacht, zeigt ein eigener Versuch in ChatGPT mit einer Einladung zur Weihnachtsfeier. Wie alle Versuche in diesem Guide haben wir ihn nur einmal gemacht, er ist also ein Beispiel und kein Beweis.
Vorher: ein Satz ohne Angaben
„Schreib eine Einladung zur Weihnachtsfeier.“
ChatGPT lieferte einen E-Mail-Entwurf, länger als eine Bildschirmseite, mit allgemeinen Sätzen über einen gemütlichen Abend. Wo eine Angabe fehlte, stand ein Platzhalter: bei Datum, Uhrzeit, Ort und Anmeldeschluss.

Erfunden hat ChatGPT nichts, nachgefragt aber auch nicht. Für eine kurze Nachricht im Team-Chat müsstest Du den Entwurf erst ausfüllen und stark kürzen.
Nachher: derselbe Auftrag mit vier Teilen
Der zweite Prompt nennt Ziel, Kontext (hier unter „Hintergrund“), Format und eine Grenze. Du kannst ihn kopieren und auf Deinen Anlass umschreiben:
Schreib eine Einladung zur Weihnachtsfeier unseres Teams.
Hintergrund: Wir sind 12 Kolleginnen und Kollegen in einem Planungsbüro und duzen uns. Die Feier ist am Freitag, 11. Dezember, ab 18 Uhr im Restaurant Lindenhof. Das Essen zahlt die Firma, Getränke zahlt jeder selbst. Ich brauche bis zum 27. November eine Zu- oder Absage, weil ich den Tisch bestätigen muss.
Format: eine kurze Nachricht für unseren Team-Chat, höchstens 80 Wörter, locker und herzlich, ohne Emojis. Der Termin und die Frist sollen sofort ins Auge fallen.
Erfinde keine weiteren Details. Wenn Dir eine Angabe fehlt, frag nach.
Die Antwort war eine fertige Nachricht mit rund 70 Wörtern, per Du und ohne Emojis. Ein Platzhalter kam nicht mehr vor.
Alle Angaben stimmten, Termin und Frist hatte ChatGPT fett gesetzt. Das Bild zeigt oben nur das Ende des Prompts, darunter die Antwort.

Wie Du auch anspruchsvolle Aufgaben an die KI übergibst, lernst Du Schritt für Schritt im Profi Prompting Kurs.
Was hat sich beim Prompting seit 2025 geändert? Alte Tricks und was heute zählt
Zwei Dinge haben sich geändert: Die aktuellen KI-Modelle überlegen vor der Antwort selbst, und sie befolgen Anweisungen genauer als ihre Vorgänger. So beschreiben es OpenAI und Anthropic für ihre Modelle.
Ein KI-Modell, auch Sprachmodell genannt, ist das Programm, das hinter ChatGPT, Claude oder Gemini die Antworten erzeugt. Tricks, die ältere Modelle zum Nachdenken oder zum Gehorchen bringen sollten, laufen bei den neuen oft ins Leere. Gleichzeitig nimmt Dich die KI stärker beim Wort: Wünschst Du Dir eine ausführliche Antwort mit Beispielen, musst Du das dazusagen.
| Früher verbreiteter Tipp | Heute | Beleg |
|---|---|---|
| „Denke Schritt für Schritt“ anhängen | Bei Modellen mit eingebautem Nachdenken überflüssig. Du wählst den Denkaufwand (Technik 8). | OpenAI, Wharton-Studie zu „Schritt für Schritt“ (2025) |
| „Du bist ein Experte mit 20 Jahren Erfahrung“ | Eine Rolle ändert Ton und Blickwinkel. Richtiger macht sie die Antworten laut Studie nicht. Beschreibe Deine Lage (Technik 1). | Wharton-Studie zu Experten-Rollen (2025), Anthropic |
| Drohen oder Trinkgeld versprechen | Hat im Schnitt keinen bedeutsamen Effekt auf die Leistung. | Wharton-Studie zu Drohungen und Trinkgeld (2025) |
| Besonders höflich bitten, damit die Antwort besser wird | Hilft nicht verlässlich. In der Studie half ein höflicher Ton bei manchen Fragen und schadete bei anderen. | Wharton-Studie zu Höflichkeit (2025) |
| Befehlston in Großbuchstaben, etwa „KRITISCH: Du MUSST …“ | Für feste Vorgaben rät Anthropic, solche Formulierungen durch normale Sprache zu ersetzen. Nenne lieber den Grund (Technik 2). | Anthropic |
| Die KI errät schon, was gemeint ist | Die Modelle befolgen Anweisungen genauer. Fragst Du „Kannst du Änderungen vorschlagen?“, bekommst Du bei Claude manchmal nur Vorschläge, auch wenn Du die Änderung selbst wolltest. Schreib dann „Ändere …“. | Anthropic, OpenAI |
| Die Anweisung gehört immer an den Anfang | Bei langen Unterlagen kommt erst das Material und die Frage ans Ende (Technik 7). | Anthropic, Google |
| Je länger der Prompt, desto besser | Zu viel Text senkt die Treffsicherheit. Hinein gehört, was das Ergebnis ändert. | Anthropic |
Beim Prompten kommt es laut OpenAI darauf an, klar zu sagen, was die Aufgabe ist, was die KI dafür wissen muss und wann das Ergebnis gelungen ist. Die alten Kniffe aus der Tabelle brauchst Du dafür nicht mehr.
Beachte: Die Studien der Wharton Generative AI Labs (University of Pennsylvania) sind von 2025 und haben die Modelle von damals getestet. Die aktuellen Hinweise der Hersteller gehen aber in dieselbe Richtung.
Welche Prompting-Techniken gibt es? Alle 12 im Überblick
Die wichtigsten Prompting-Techniken sind: Kontext geben, den Grund nennen, das Format vorgeben, Rückfragen stellen lassen, Beispiele mitgeben (Few-Shot) und den Prompt von der KI schreiben lassen (Meta-Prompting).
Dazu kommen sechs weitere, die Tabelle zeigt alle zwölf. Sie stützen sich auf die aktuellen Leitfäden von OpenAI, Anthropic und Google.
| Technik | Hilft besonders, wenn … |
|---|---|
| 1. Kontext geben statt nur eine Rolle | Antworten zu allgemein ausfallen |
| 2. Den Grund nennen | die KI Regeln zu eng oder zu weit auslegt |
| 3. Das Format vorgeben | das Ergebnis jedes Mal anders aussieht |
| 4. Rückfragen stellen lassen | Dir selbst noch Angaben fehlen |
| 5. Beispiele mitgeben | Ton oder Stil schwer zu beschreiben sind |
| 6. Den Prompt von der KI schreiben lassen | Du weißt, was Du willst, aber nicht, wie Du es formulierst |
| 7. Lange Unterlagen richtig einfügen | die KI lange Texte auswerten soll |
| 8. Den Denkaufwand wählen | die Aufgabe knifflig ist |
| 9. Im Gespräch nachschärfen | das Ergebnis fast passt |
| 10. Lange Prompts diktieren | Du viel Hintergrund mitgeben willst |
| 11. Feste Vorgaben hinterlegen | Du in jedem Chat dasselbe erklärst |
| 12. Aufgaben zerlegen, Agenten beauftragen | die Aufgabe groß ist oder die KI länger selbstständig arbeitet |
Die Techniken bauen nicht aufeinander auf, und Du solltest nicht alle auf einmal einsetzen. Die meisten sind reine Formulierungssache und brauchen nur das Eingabefeld.
Technik 1: Kontext geben statt nur eine Rolle
Beschreibe der KI Deine Lage. Zum Kontext gehört, worum es geht, für wen das Ergebnis ist und welche Bedingungen gelten.
Lange galt eine Rolle, also ein Satz wie „Du bist ein Experte für …“, als Pflicht in jedem Prompt. Eine Studie der Wharton Generative AI Labs (2025) hat das mit sechs Modellen und schweren Fachfragen geprüft: Passende Experten-Rollen machten die Antworten nicht verlässlich richtiger.
Aufwendige Rollen-Prompts sind laut Anthropic oft unnötig. Nützlich bleibt eine Rolle für Ton und Blickwinkel, zum Beispiel „Lies meinen Text als kritische Lektorin und nenne die drei schwächsten Stellen“.
Beispiel: Rolle gegen Kontext
Den Unterschied haben wir in Gemini ausprobiert, zuerst nur mit einer Rolle:
„Du bist ein weltweit führender Marketing-Experte mit 20 Jahren Erfahrung. Gib mir drei Ideen, wie ein kleines Café mehr Gäste am Vormittag gewinnt.“
Gemini antwortete lang und in Berater-Sprache, mit Begriffen wie „Gewohnheitsbildung“ und „Verweildauer-Monetarisierung“.
Die Ideen passen zu jedem beliebigen Café, denn mehr als „klein“ weiß Gemini über das Café nicht. Die Beispielpreise sind ausgedacht.

Das „TL;DR“ (Kurzfassung) am Anfang kann auch von festen Vorgaben stammen, die in unserem Konto gespeichert sind (Technik 11).
Dann derselbe Auftrag ohne Rolle, dafür mit Kontext:
„Gib mir drei Ideen, wie ein kleines Café mehr Gäste am Vormittag gewinnt. Das Café hat 20 Plätze, liegt neben einer Berufsschule und einem Ärztehaus, ist zwischen 9 und 11 Uhr fast leer und hat kein Budget für Werbung. Die Inhaberin steht allein hinter der Theke. Jede Idee in zwei Sätzen, mit dem ersten Schritt für morgen.“
Jetzt kamen drei Ideen, die nur zu diesem Café passen. Darunter waren eine Bestellrunde per WhatsApp für die Praxis-Teams im Ärztehaus und eine „Freistunden-Flat“ für Berufsschüler und Lehrkräfte.
Bei jeder Idee stand ein erster Schritt für morgen. Auch die 20 Plätze aus dem Prompt hat Gemini aufgegriffen.

Preise wie die 4,50 Euro im Bild hat sich Gemini auch hier ausgedacht. Die Vorgabe „zwei Sätze“ hat Gemini großzügig ausgelegt.
Technik 2: Den Grund für eine Vorgabe nennen
Sag der KI, warum eine Vorgabe gilt. Kennt die KI den Grund, kann sie die Vorgabe auch auf ähnliche Fälle übertragen.
Ein Verbot in Großbuchstaben verrät der KI nicht, für wen sie schreibt. Wir haben das in Claude ausprobiert, zuerst mit einem Befehl ohne Grund:
„Erkläre in fünf Sätzen, wie eine Wärmepumpe funktioniert. VERWENDE KEINE FACHBEGRIFFE!!!“
Claude hielt sich an das Verbot, schrieb aber fünf lange Sätze mit im Schnitt rund 22 Wörtern. Sie beschreiben den technischen Ablauf genau: Eine Flüssigkeit verdampft, der Dampf wird zusammengedrückt.

Dann derselbe Auftrag mit Grund und Leserin:
„Erkläre in fünf Sätzen, wie eine Wärmepumpe funktioniert. Der Text ist für meine Mutter, sie ist 72 und überlegt, ihre Ölheizung zu ersetzen. Deshalb bitte ohne Fachbegriffe, mit einem Vergleich aus dem Alltag und in kurzen Sätzen.“
Diesmal kamen fünf kurze Sätze mit im Schnitt rund 14 Wörtern. Der Vergleich mit dem Kühlschrank stand gleich im ersten, vom Verdampfen war keine Rede mehr.
Aus der Begründung hat Claude auch abgeleitet, was nicht im Prompt stand. Die Antwort spricht die Leserin mit „Ihren Heizkörpern“ direkt an und greift mit „Statt Öl braucht sie nur Strom“ die Ölheizung auf.

Großbuchstaben und Ausrufezeichen kannst Du Dir sparen. Google rät für Gemini, die KI nicht überreden zu wollen.
Für feste Vorgaben (Technik 11) rät Anthropic bei Befehlen wie „KRITISCH: Du MUSST …“ zu normaler Sprache. Neuere Claude-Modelle reagieren auf solche Vorgaben stärker als ältere.
Technik 3: Das Format ausdrücklich vorgeben
Gib vor, wie die Antwort aussehen soll, also Form, Länge und Ton. Sonst entscheidet die KI nach ihrer Voreinstellung.
Das aktuelle Spitzenmodell von OpenAI neigt laut Entwickler-Dokumentation zu Listen, Tabellen und Formatierung. Gemini-Modelle antworten laut einem Leitfaden von Google von sich aus direkt und knapp.
In unserem Versuch aus Technik 1 fiel die Antwort von Gemini trotzdem lang aus. Verlass Dich also nicht auf die Voreinstellung.
Sag beim Format, was die KI tun soll. „Schreib in fließenden Absätzen“ wirkt besser als ein Verbot wie „Keine Listen“.
Nenne außerdem den Zweck, zum Beispiel „eine Seite, die meine Chefin vor dem Termin überfliegen kann“. Das hilft der KI, Länge, Detailtiefe und Aufbau passend zu wählen.
In unserem Versuch in Gemini sah eine genaue Format-Vorgabe so aus:
„Vergleiche Homeoffice und Büroarbeit für ein Team, das gerade entscheidet, ob es zwei feste Bürotage einführt. Gib mir eine Tabelle mit vier Zeilen (Konzentration, Abstimmung im Team, Fahrzeit, Kosten für die Beschäftigten) und den Spalten Homeoffice und Büro, je Zelle höchstens zehn Wörter. Darunter eine Empfehlung in zwei Sätzen als Fließtext.“
Gemini hielt sich daran: vier Zeilen, die Spalten Homeoffice und Büro, je Zelle acht bis neun Wörter, darunter die Empfehlung als Fließtext.

Technik 4: Rückfragen stellen lassen
Lass die KI zuerst fragen, bevor sie schreibt. So holt sie sich die Angaben, die in Deinem Auftrag fehlen, und Du musst nicht vorher an alles denken.
Dazu rät OpenAI in einem Leitfaden. Das aktuelle Spitzenmodell fragt laut Hersteller bei unklarer Absicht eher von sich aus nach.
Im Versuch mit der Weihnachtsfeier hat ChatGPT auf den vagen Prompt hin trotzdem nichts gefragt und Platzhalter gesetzt. Bitte deshalb ausdrücklich um Fragen:
„Ich möchte einen Aushang für unseren Hausflur schreiben, weil im Fahrradkeller Chaos herrscht. Bevor Du schreibst: Stell mir bis zu fünf kurze Fragen zu allem, was Du für einen wirklich passenden Aushang wissen musst. Warte dann auf meine Antworten.“
ChatGPT stellte fünf Fragen und wartete, zum Beispiel zum genauen Problem, zum Ton und zum Absender.

Wir haben die fünf Fragen in einer kurzen Nachricht beantwortet, mit ausgedachten Angaben wie einem Aufräumtag am Samstag, 7. November, und der Unterschrift „Eure Hausgemeinschaft“. Daraus schrieb ChatGPT den fertigen Aushang.

Beim Termin hat ChatGPT die Jahreszahl 2026 von sich aus ergänzt. Sie stimmte, gefragt war sie aber nicht. Lies deshalb auch nach Rückfragen jedes Ergebnis gegen.
Technik 5: Beispiele mitgeben (Few-Shot) und die Nebenwirkung kennen
Ein Beispiel zeigt der KI, was sich schwer beschreiben lässt: Ton, Länge und Aufbau.
Few-Shot-Prompting heißt, der KI im Prompt ein oder mehrere Beispiele mitzugeben. Ein Prompt ohne Beispiel heißt Zero-Shot.
Beispiele haben eine Nebenwirkung. Moderne Modelle achten laut Anthropic sehr genau auf Details in Beispielen. So landet leicht etwas in der Antwort, das Du gar nicht gemeint hast.
Gib deshalb zunächst ein Beispiel mit, wenn es um Ton oder Stil geht, und schreib dazu, was die KI davon übernehmen soll:
Schreib eine Produktbeschreibung für eine Thermoskanne aus Edelstahl, 1 Liter, hält 12 Stunden warm.
So klingt eine Beschreibung aus unserem Shop. Übernimm nur den Ton und die Länge, nicht den Aufbau und keine Aussagen aus dem Beispiel:
„Der Kaffeebecher, der mitkommt. 350 ml, doppelwandig, passt in jeden Getränkehalter. Morgens einfüllen, mittags noch heiß trinken. Der Deckel schließt dicht, auch wenn die Tasche mal umkippt.“
Auf den zweiten Absatz kommt es an, denn das Beispiel nennt einen Getränkehalter und einen dichten Deckel. Beides muss für die Thermoskanne nicht stimmen und soll nicht in die neue Beschreibung wandern.
Wie viele Beispiele gut sind, sehen die Hersteller unterschiedlich:
- Google: immer Beispiele mitgeben, aber nicht zu viele
- OpenAI: bei Modellen mit eingebautem Nachdenken erst ohne Beispiel versuchen
- Anthropic: mit einem Beispiel beginnen, für beste Ergebnisse drei bis fünf
Technik 6: Den Prompt von der KI schreiben lassen (Meta-Prompting)
Meta-Prompting heißt, dass die KI Deinen Prompt schreibt oder verbessert. Du lieferst Stichworte, die KI macht daraus einen sauberen Auftrag.
Du gibst rohe Notizen ein, lässt Dir Fragen stellen und danach Dein Vorhaben von der KI wiedergeben. Zum Schluss fragst Du nach Lücken. So beschreibt OpenAI den Ablauf.
Ein Beispiel für einen Auftrag, den Du jede Woche brauchst:
Hilf mir, einen guten Prompt zu schreiben. Ich nenne dir gleich in Stichworten, was ich vorhabe. Stell mir zuerst die Fragen, die du brauchst, und schreib danach einen fertigen Prompt mit den Abschnitten Ziel, Kontext, Format und Grenzen.
Mein Vorhaben: Ich brauche jeden Montag eine kurze Zusammenfassung der Notizen aus unserer Teambesprechung für alle, die nicht dabei waren.
Den fertigen Prompt speicherst Du, zum Beispiel in einer Notiz. Ab dann fügst Du jeden Montag nur noch die neuen Besprechungsnotizen ein.
Vertrauliches wie Kundendaten oder Personalthemen lässt Du dabei weg.
Meta-Prompting hilft laut OpenAI nicht, wenn die Aufgabe einfach ist, wenn das nötige Material fehlt oder wenn Du selbst noch nicht weißt, was herauskommen soll.
Technik 7: Lange Unterlagen richtig einfügen
Bei langen Texten kommt erst das Material und dann die Frage. Füge das Dokument oben ein und stell Deine eigentliche Frage ganz ans Ende.
Diese Reihenfolge empfehlen Anthropic und Google für lange Dokumente. In Tests von Anthropic verbesserte sie die Antworten um bis zu 30 Prozent, vor allem bei komplexen Aufgaben mit mehreren Dokumenten.
Zusätzlich hilft ein Überleitungssatz wie „Auf Grundlage der Informationen oben …“.
Bei einem kurzen Prompt oder einer angehängten Datei musst Du nichts umstellen.
Wichtig: Füge keine vertraulichen Unterlagen ein, zum Beispiel Protokolle mit Kundendaten (mehr unter Was nicht in einen Prompt gehört).
Zwei weitere Handgriffe helfen:
- Erst zitieren lassen: Bitte die KI, zuerst die passenden Stellen wörtlich zu zitieren und erst danach zu antworten (Anthropic).
- Material abgrenzen: Trenne den eingefügten Text klar vom Auftrag, mit einer Überschrift oder einer beschrifteten Klammer wie <notizen> … </notizen>, einem sogenannten XML-Tag. Moderne Modelle verstehen eine Gliederung laut Anthropic aber auch ohne solche Tags.
Eine Vorlage zum Kopieren:
[Text des Protokolls]
Auf Grundlage des Textes oben: Welche Aufgaben verteilt das Protokoll, und wer muss was bis wann erledigen? Zitiere zuerst wörtlich die Stellen, auf die du dich stützt, und antworte danach als Liste. Wenn der Text zu einer Aufgabe keinen Termin nennt, schreib das dazu.
Nur einfügen, was zählt
Jede KI hat ein Kontextfenster, also eine Höchstmenge an Text, die sie in einem Gespräch gleichzeitig berücksichtigen kann.
Je voller es wird, desto schlechter findet die KI laut Anthropic einzelne Angaben wieder. Ähnlich lautet der Rat von OpenAI, nur die wichtigen Quellen anzuhängen und zu sagen, was die KI aus jeder nehmen soll.
Technik 8: Den Denkaufwand wählen statt „Denke Schritt für Schritt“
Den Zusatz „Denke Schritt für Schritt“ brauchst Du bei den aktuellen Modellen meist nicht mehr. Sie überlegen vor der Antwort von selbst. Wie gründlich, stellst Du über den Denkaufwand ein.
Einstellen kannst Du ihn in ChatGPT, Claude und Gemini am Eingabefeld. Je nach Tarif kann die Auswahl bei Dir anders aussehen.
Starte mit der Voreinstellung. Erhöhe den Denkaufwand erst, wenn eine Aufgabe mehr Planung oder Analyse braucht. Mehr Aufwand kann bei schwierigen Aufgaben bessere Ergebnisse bringen, dauert aber länger.
So empfiehlt es OpenAI für seinen Arbeitsmodus ChatGPT Work.
Denkaufwand in ChatGPT
In ChatGPT steht die aktuelle Stufe rechts im Eingabefeld. In unseren Versuchen stand dort Medium.
Klicke darauf, dann öffnet sich ein Regler. Solange er offen ist, steht im Feld Denkaufwand.

Ob Du den Regler siehst, hängt von Deinem Tarif ab. Welche Stufe wofür passt und was in welchem Tarif zur Auswahl steht, zeigt unser Artikel über den Denkaufwand in ChatGPT.
Denkaufwand in Claude
In Claude heißt die Einstellung Aufwand:
- Klicke unter dem Eingabefeld auf den Namen des Modells.
- Klicke in der Liste auf die Zeile Aufwand.
- Wähle eine der fünf Stufen: Niedrig, Mittel, Hoch, Extra hoch oder Maximal.
Über den Stufen erklärt Claude: „Höherer Aufwand bedeutet gründlichere Antworten, dauert aber länger und verbraucht Ihre Limits schneller.“ Limits sind die Nutzungsgrenzen Deines Tarifs.

Rot markiert ist die Stufe Mittel mit dem Hinweis „Empfohlen“. Der Haken zeigt, was in unserem Konto eingestellt war.
Denkaufwand in Gemini
In Gemini klickst Du rechts im Eingabefeld auf den Knopf mit dem gewählten Modus. Er steht direkt links neben dem Mikrofon. Im Menü standen bei uns unter den Modellen drei Stufen:
- Niedrig: „Schnell und effizient“
- Mittel: „Ausgewogener Tiefgang“
- Hoch: „Besonders gründlich“
Chain of Thought: Was hinter „Denke Schritt für Schritt“ steckt
Chain of Thought ist eine Prompting-Technik, bei der die KI ihre Überlegungen in Schritten aufschreibt, bevor sie antwortet. Der Zusatz „Denke Schritt für Schritt“ sollte genau das auslösen.
Bei Modellen mit eingebautem Nachdenken ist der Zusatz laut OpenAI unnötig und kann manchmal sogar stören. Bei schweren Aufgaben kann eine einfache Bitte wie „Denk sehr gründlich nach“ helfen, schreibt Google. Sie bringt laut Anthropic oft mehr als ein vorgeschriebener Schritt-Plan.
Dazu passt eine Studie der Wharton Generative AI Labs (2025): Bei Modellen mit eingebautem Nachdenken brachte der Zusatz höchstens wenig, die Antwort dauerte aber deutlich länger.
Antwortet die KI ohne Nachdenken, etwa auf der schnellsten Stufe in ChatGPT, kann „Denke Schritt für Schritt“ bei kniffligen Aufgaben weiterhin etwas bringen.
Technik 9: Im Gespräch nachschärfen
Ein Prompt darf beim ersten Versuch unfertig sein. Lies das Ergebnis und sag gezielt, was sich ändern soll. Dazu raten alle drei Hersteller, zum Beispiel OpenAI.
Gezielt heißt, dass Du die Stelle und die Änderung nennst und der Rest bleibt, zum Beispiel so:
„Kürze den zweiten Absatz auf einen Satz. Lass alles andere unverändert.“
Manchmal schlägt ChatGPT den nächsten Schritt selbst vor. In unserem Versuch standen unter der Einladung zur Weihnachtsfeier zwei Folge-Prompts zum Anklicken: „Ergänze die Rückmeldeoption“ und „Formuliere die Kostenregelung klarer“.

Bei wichtigen Aufgaben lohnt sich eine Schlusskontrolle: Du sagst der KI, was sie am Ende selbst noch prüfen und Dir melden soll. Dazu rät OpenAI, bei einer Aufgabenliste zum Beispiel so:
„Prüfe zum Schluss, ob jede Aufgabe einen Namen und einen Termin hat. Nenne alles, was du nicht belegen konntest.“
Gegenlesen musst Du das Ergebnis trotzdem selbst.
Wird ein sehr langer Chat ungenau, kann das am vollen Kontextfenster liegen (Technik 7). Dann hilft ein Neustart: Lass Dir den Stand zusammenfassen und mach damit in einem neuen Chat weiter.
„Fasse den Stand dieses Chats in fünf Sätzen zusammen, damit ich in einem neuen Chat weitermachen kann: Ziel, getroffene Entscheidungen und offene Punkte.“
Technik 10: Lange Prompts diktieren
Längere Aufträge kannst Du einsprechen. Das lohnt sich, wenn Du viel Hintergrund mitgeben willst. Beim Diktieren wandelt die KI Deine Sprache in Text um.
In der Desktop-App von ChatGPT läuft das laut OpenAI so: Diktieren anklicken, sprechen, den Text im Eingabefeld prüfen und absenden.
In ChatGPT im Browser sitzt das Mikrofon-Symbol rechts im Eingabefeld:

Auch Gemini zeigte bei uns ein Mikrofon-Symbol im Eingabefeld. Gut kombinieren lässt sich das Diktieren mit Technik 6: Sprich Deine Gedanken ungeordnet ein und lass die KI daraus den Prompt bauen.
Hinweis: Diktieren ist etwas anderes als der Sprachchat, in dem die KI mit Stimme antwortet.
Technik 11: Feste Vorgaben hinterlegen
Was in jedem Chat gelten soll, hinterlegst Du einmal als feste Vorgabe. Dann musst Du Anrede, Schreibstil oder den Hintergrund zu Deiner Arbeit nicht in jeden Prompt schreiben.
Dazu rät zum Beispiel OpenAI. Diese Funktionen gibt es dafür:
- Eigene Anweisungen (Custom Instructions): Vorgaben für alle Chats, etwa Anrede und Schreibstil. In ChatGPT heißen sie Benutzerdefinierte Anweisungen, in Claude Anweisungen für Claude, in Gemini Anweisungen für Gemini.
- Projekte: ein Arbeitsbereich mit eigenen Anweisungen und Dateien für ein Thema (ChatGPT Projekte, Claude Projekte)
- Gedächtnis: Die KI merkt sich Dinge über Dich und frühere Chats (ChatGPT Erinnerung, Claude Memory)
- Skills: gespeicherte Arbeitsanleitungen, die die KI bei passenden Aufgaben anwendet (Claude Skills)
Mit den eigenen Anweisungen anfangen
Für den Anfang reichen wenige Sätze in den eigenen Anweisungen, zum Beispiel:
Ich arbeite in der Verwaltung eines Handwerksbetriebs und schreibe viele E-Mails an Kunden. Duze mich. Antworte kurz und ohne Fachbegriffe. Wenn dir für eine Aufgabe Angaben fehlen, frag nach, statt zu raten.
Feste Vorgaben wirken in jede Antwort hinein, auch wenn Du gerade nicht daran denkst. Sieh Deine festen Vorgaben deshalb ab und zu durch und streiche, was nicht mehr passt oder sich widerspricht.
Technik 12: Große Aufgaben zerlegen und Aufträge für Agenten schreiben
Eine große Aufgabe teilst Du im normalen Chat in mehrere Prompts. Einem Agenten, also einer KI, die selbstständig über viele Schritte arbeitet, beschreibst Du dagegen das Ergebnis und die Grenzen und überlässt ihm den Weg.
Prompt Chaining (auf Deutsch Prompt-Kette) heißt, eine große Aufgabe in mehrere aufeinanderfolgende Prompts zu teilen. Du lässt zum Beispiel erst gliedern, dann schreiben und zum Schluss prüfen.
Das dauert laut Anthropic länger, bringt bei komplexen Aufgaben aber oft deutlich genauere Ergebnisse.
Aufträge für Agenten schreiben
Ein Agent ist eine KI, die eine Aufgabe selbstständig erledigt und dabei Werkzeuge nutzt, zum Beispiel die Websuche, Dateien oder verbundene Apps. Für ihn beschreibst Du, was am Ende vorliegen soll, wie Du es prüfen willst und was er nicht tun darf.
Nenne dabei nur die ein bis zwei Grenzen, die wirklich zählen, rät OpenAI. Einzelne Schritte gibst Du nur vor, wenn der Weg selbst wichtig ist.
Ein solcher Auftrag in Alltagssprache:
Ziel: Ich will entscheiden, welches von drei Ausflugszielen sich für unseren Betriebsausflug im Mai am besten eignet: [Ziel 1], [Ziel 2] oder [Ziel 3].
Erledigt ist die Aufgabe, wenn ich eine Tabelle mit den drei Zielen habe (Anfahrt mit der Bahn ab [Ort], Kosten pro Person, Programm vor Ort) und eine begründete Empfehlung für 15 Personen mit 40 Euro Budget pro Person.
Nutze die Websuche und nenne zu jeder Angabe die Quelle.
Grenzen: Wenn eine Angabe fehlt oder Quellen sich widersprechen, schreib das dazu. Buche und reserviere nichts.
Kann die KI etwas senden, veröffentlichen, ändern oder löschen, gehört eine weitere Grenze dazu: Sie soll vorher Deine Zustimmung einholen. Dafür reicht laut OpenAI ein Satz wie „Bereite die Nachricht als Entwurf vor, sende sie nicht“.
Wie solche Arbeitsmodi funktionieren, zeigen unsere Artikel zu ChatGPT Work und Claude Cowork.
ChatGPT, Claude und Gemini: Wo unterscheidet sich das Prompten?
Die Grundregeln sind bei allen drei Assistenten gleich. Du nennst die Aufgabe, gibst Kontext mit und sagst, welches Format Du willst. Die Leitfäden der Hersteller setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte.
Die Angaben stammen aus den Leitfäden und Hilfeseiten der Hersteller und aus unserer Ansicht der Oberflächen (Stand 13.10.2026). Mit dem nächsten Modell können sie sich ändern.
| Punkt | ChatGPT | Claude | Gemini |
|---|---|---|---|
| Grundgerüst des Herstellers | Ziel, Kontext, Format, Grenzen | klar und direkt, Kontext mit Begründung, Beispiele | Rolle, Aufgabe, Kontext, Format |
| Eigenheit laut Hersteller | das aktuelle Spitzenmodell neigt zu Listen und Tabellen und fragt eher nach | setzt Anweisungen sehr genau um | antwortet laut Leitfaden direkt und knapp |
| Was Du deshalb dazuschreibst | Fließtext verlangen, wenn Du keine Listen willst | „Ändere …“ schreiben, wenn Du die Änderung willst und nicht nur Vorschläge | Länge ausdrücklich vorgeben, ob kurz oder ausführlich |
| Feste Vorgaben | Benutzerdefinierte Anweisungen, Projekte, Skills | Anweisungen für Claude, Projekte, Skills | Anweisungen für Gemini, Gems (eigene Assistenten), Skills |
Um Bilder geht es in diesem Guide nicht. Beispiele für Bild- und Video-Prompts findest Du bei den Prompt-Tipps im Higgsfield-Tutorial.
Typische Fehler beim Prompten und ihre Lösung
Typische Fehler beim Prompten sind fehlende Angaben, ein fehlendes Ziel und zu viele Aufgaben in einem Prompt. Die Tabelle stützt sich auf die Fehlerliste von Anthropic, einen Leitfaden von OpenAI und unsere eigenen Versuche.
| Problem | Wahrscheinliche Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Die Antwort ist zu allgemein | Ziel und Zielgruppe fehlen | sagen, für wen und wofür, und ausdrücklich Tiefe verlangen |
| Im Entwurf stehen Platzhalter oder ungefragte Ergänzungen, etwa eine Jahreszahl | Angaben fehlen im Prompt | Angaben mitgeben oder Rückfragen verlangen (Technik 4), Ergebnis gegenlesen |
| Die KI erfindet etwas | der Prompt erlaubt der KI nicht zu sagen, dass sie etwas nicht weiß, und sie hat keine Quelle | Unsicherheit erlauben und Quellen verlangen (Grenzen) |
| Die KI bearbeitet mehrere Aufgaben, aber jede nur oberflächlich | zu viele Aufgaben in einem Prompt | eine Aufgabe, ein Ergebnis, den Rest in weitere Prompts |
Grenzen: Halluzinationen und was nicht in einen Prompt gehört
Auch der beste Prompt macht eine KI nicht fehlerfrei. Eine Halluzination ist eine falsche Angabe, die eine KI überzeugt wie eine Tatsache hinstellt.
Typisch sind laut OpenAI falsche Daten und Fakten sowie erfundene Zitate, Studien und Quellen. Das betrifft auch die fortschrittlichsten Modelle.
So senkst Du das Risiko:
- Erlaube der KI im Prompt zu sagen, dass sie etwas nicht weiß.
- Lass sie nur mit den Unterlagen arbeiten, die Du mitgibst, und fehlende Angaben markieren, statt zu raten.
- Verlange für aktuelle Themen die Websuche mit Quellen, denn das Wissen eines Modells endet an einem Stichtag.
Prüfen musst Du trotzdem selbst. Lies wichtige Zahlen und Zitate an einer verlässlichen Quelle nach, bevor Du ein Ergebnis weitergibst.
Was nicht in einen Prompt gehört
Passwörter, Kundendaten und andere vertrauliche Angaben gehören nicht in einen Prompt.
In Gemini sollst Du laut Google keine vertraulichen Informationen eingeben, die ein Prüfer nicht sehen soll. Von Menschen geprüfte Chats bewahrt Google bis zu drei Jahre auf.
In ChatGPT kannst Du unter Einstellungen > Datenkontrollen die Option Das Modell für alle verbessern ausschalten. Neue Unterhaltungen nutzt OpenAI dann nicht mehr zum Training.
In Claude legst Du in den Datenschutz-Einstellungen fest, ob Anthropic Deine Chats zur Verbesserung von Claude nutzen darf.
Prompting lernen und üben: So fängst Du an
Prompting lernst Du am besten durch Üben an einem echten Auftrag, der heute ohnehin ansteht. Fünf Schritte führen vom ersten Prompt bis zur festen Vorgabe:
- Schreib den Prompt mit dem Grundgerüst aus Ziel, Kontext, Format und Grenzen.
- Lass die KI vor dem Schreiben Rückfragen stellen (Technik 4).
- Schärfe das Ergebnis im selben Chat gezielt nach (Technik 9).
- Lege gelungene Prompts als Vorlage ab.
- Hinterlege als feste Vorgabe, was sich in jedem Chat wiederholt (Technik 11).
Richtig prompten üben: drei Aufgaben für den Einstieg
- Vorher und nachher vergleichen: Nimm einen Prompt, den Du schon benutzt hast. Ergänze Kontext, Format und eine Grenze und vergleiche die beiden Antworten.
- Zwei Assistenten testen: Gib denselben Prompt zum Beispiel in ChatGPT und in Claude ein. So siehst Du, ob sich Form und Länge der Antworten unterscheiden.
- Einen Prompt bauen lassen: Lass die KI aus Stichworten einen Prompt für eine Aufgabe schreiben, die bei Dir jede Woche anfällt (Technik 6).
Prompting kostenlos weiterlernen
Kostenlos weiterlernen kannst Du in den Leitfäden der Hersteller:
- OpenAI: das Kapitel Prompting der ChatGPT-Dokumentation (auf Englisch)
- Anthropic: die Best Practices für das Prompting (auf Deutsch)
- Google: der Leitfaden Prompts schreiben leicht gemacht für Gemini in Google Workspace (auf Deutsch)
Weiterlernen im Profi Prompting Kurs
Im Profi Prompting Kurs lernst Du, wie Du aus ChatGPT, Claude und Gemini mehr herausholst als mit Standard-Prompts. Der Kurs ist einsteigerfreundlich aufgebaut.
Jetzt ansehenPrompt-Vorlage zum Kopieren
Mit dieser Vorlage erstellst Du einen Prompt in fünf Zeilen: Ziel, Kontext, Format, Grenzen und die Bitte um Rückfragen. Ersetze die eckigen Klammern und streiche, was Du für Deine Aufgabe nicht brauchst.
Ziel: [Was soll entstehen?]
Kontext: [Worum geht es, für wen ist das Ergebnis, und wozu brauchst du es? Dazu Unterlagen, Zahlen oder der bisherige Text]
Format: [Form, Länge und Ton. Zum Beispiel: höchstens 120 Wörter, freundlich, in Du-Form]
Grenzen: [Was unverändert bleiben muss und was du nicht willst. Zum Beispiel: Erfinde keine Angaben]
Wenn dir für ein gutes Ergebnis etwas fehlt, stell mir zuerst bis zu drei Fragen.
Fazit
Prompting zu lernen lohnt sich weiterhin, auch wenn die KI-Modelle inzwischen selbst überlegen. Je klarer Dein Auftrag ist und je besser die mitgegebenen Informationen passen, desto brauchbarer wird das Ergebnis.
Für den Einstieg genügt das Grundgerüst aus Ziel, Kontext, Format und Grenzen. Welche der zwölf Techniken Du zusätzlich brauchst, merkst Du an Deinen eigenen Aufgaben.
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Häufige Fragen
Muss ich Prompting noch lernen, wenn die KI-Modelle immer besser werden?
Ja, Prompting bleibt wichtig. Die aktuellen KI-Modelle überlegen selbst und befolgen Anweisungen genauer als früher. Umso mehr hängt das Ergebnis davon ab, wie klar Dein Auftrag ist und welche Informationen Du mitgibst. Dieses gezielte Mitgeben von Informationen heißt Context Engineering, der Claude-Hersteller Anthropic nennt es die Weiterentwicklung des Prompt Engineering.
Muss ich programmieren können, um Prompting zu lernen?
Nein, für Prompting brauchst Du keine Programmierkenntnisse. Du schreibst oder sprichst Deinen Auftrag in normaler Sprache. OpenAI schreibt in der ChatGPT-Dokumentation ausdrücklich, dass weder eine technische Schreibweise noch eine starre Formel nötig ist.
Funktioniert derselbe Prompt bei ChatGPT, Claude und Gemini?
Meist ja, denn ChatGPT, Claude und Gemini brauchen dasselbe: einen klaren Auftrag, den nötigen Kontext und eine Angabe zum Format. Die Voreinstellungen unterscheiden sich aber. Gemini antwortet laut Google von sich aus eher knapp, das aktuelle Spitzenmodell von OpenAI neigt laut Hersteller zu Listen und Tabellen. Nenne deshalb Form und Länge ausdrücklich.
Kann die KI meinen Prompt selbst schreiben (Meta-Prompting)?
Ja, die KI kann Deinen Prompt schreiben oder Deinen Entwurf verbessern, das heißt Meta-Prompting. OpenAI empfiehlt dafür, rohe Notizen einzugeben und sich von ChatGPT Rückfragen stellen zu lassen. Meta-Prompting hilft nicht, wenn das Ziel unklar ist oder die nötigen Unterlagen fehlen.
Soll ich der KI eine Rolle geben, zum Beispiel „Du bist ein Experte“?
Eine Experten-Rolle wie „Du bist ein Experte“ macht die Antworten nicht verlässlich richtiger. Das ergab 2025 eine Studie der Wharton Generative AI Labs mit sechs KI-Modellen. Eine Rolle kann aber Ton und Blickwinkel steuern, etwa als „kritische Lektorin“. OpenAI und Anthropic raten vor allem, Lage und Zielgruppe zu beschreiben, bei Google bleibt die Rolle einer von vier Bausteinen.
Muss ich höflich zur KI sein, damit die Antworten besser werden?
Nein, Höflichkeit macht Antworten nicht verlässlich besser. In einer Studie der Wharton Generative AI Labs von 2025 half ein höflicher Ton bei manchen Fragen und schadete bei anderen. Schreib so, wie Du einer Kollegin schreiben würdest, dann ist der Auftrag klar und gut lesbar.
Wie lang sollte ein Prompt sein?
Ein Prompt sollte alles enthalten, was das Ergebnis ändern würde, und sonst nichts. Für einfache Fragen reicht oft ein Satz. Längere Prompts sind nicht automatisch besser: Laut Anthropic sinkt mit wachsender Textmenge die Fähigkeit der KI, Einzelheiten sicher wiederzufinden.
Wo kann ich Prompting kostenlos lernen?
Kostenlos lernst Du Prompting in den offiziellen Leitfäden der Hersteller: bei OpenAI in der ChatGPT-Dokumentation unter „Prompting“, bei Anthropic in den „Best Practices für das Prompting“ und bei Google im Leitfaden „Prompts schreiben leicht gemacht“. Die Leitfäden von Anthropic und Google gibt es auf Deutsch, die Seite von OpenAI ist englisch. Manche Abschnitte richten sich an Entwickler.
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