KI

Prompting lernen (2026): Der Guide mit 12 Techniken, die heute zählen

Prompting zu lernen heißt, einer KI wie ChatGPT, Claude oder Gemini Aufträge so zu geben, dass gleich etwas Brauchbares herauskommt.

Dabei gilt vieles nicht mehr, was lange empfohlen wurde. Bekannte Kniffe, etwa der KI zu drohen oder ihr Trinkgeld zu versprechen, bringen bei den aktuellen KI-Modellen kaum noch etwas.

Doch welche Prompting-Techniken funktionieren dann, und wie wendest Du sie im Arbeitsalltag an?

Lies jetzt diesen Prompting-Guide, um zu verstehen, was sich geändert hat und wie Du heute einen guten Prompt schreibst.

Das Wichtigste in Kürze

Prompting lernst Du, indem Du der KI Aufträge gibst wie einer neuen Kollegin: mit Ziel, Kontext, gewünschtem Format und Grenzen. Die aktuellen KI-Modelle überlegen vor der Antwort selbst und befolgen Anweisungen genauer als früher. Alte Tricks wie der Zusatz „Denke Schritt für Schritt“ sind deshalb meist überflüssig.

  • Für eine einfache Frage reicht ein Satz, bei wichtigen Aufgaben lohnt sich ein ausführlicher Prompt.
  • Beschreibe der KI Deine Lage genau: worum es geht und für wen das Ergebnis ist.
  • Lass die KI zuerst Rückfragen stellen, wenn Deinem Auftrag noch Angaben fehlen.
  • Prüfe wichtige Angaben selbst nach, denn auch mit gutem Prompt kann die KI Falsches behaupten.
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist Prompting?
  2. Aufbau: Ziel, Kontext, Format, Grenzen
  3. Was sich geändert hat und alte Tricks
  4. 12 Prompting-Techniken im Überblick
  5. 1. Kontext geben statt nur eine Rolle
  6. 2. Den Grund für eine Vorgabe nennen
  7. 3. Das Format ausdrücklich vorgeben
  8. 4. Rückfragen stellen lassen
  9. 5. Beispiele mitgeben (Few-Shot)
  10. 6. Meta-Prompting: KI schreibt den Prompt
  11. 7. Lange Unterlagen richtig einfügen
  12. 8. Denkaufwand statt „Schritt für Schritt“
  13. 9. Im Gespräch nachschärfen
  14. 10. Lange Prompts diktieren
  15. 11. Feste Vorgaben hinterlegen
  16. 12. Aufgaben zerlegen, Agenten beauftragen
  17. Unterschiede: ChatGPT, Claude, Gemini
  18. Typische Fehler und ihre Lösung
  19. Grenzen und Halluzinationen
  20. Prompting lernen und üben
  21. Prompt-Vorlage zum Kopieren
  22. Fazit
  23. Häufige Fragen

Was ist Prompting?

Prompting ist das Formulieren von Aufträgen an eine KI in normaler Sprache, getippt oder gesprochen. Ein Prompt ist ein einzelner Auftrag an die KI, vom kurzen Einzeiler bis zur ausführlichen Anweisung mit angehängten Unterlagen.

Eine besondere technische Schreibweise brauchst Du dafür nicht.

Beim Schreiben hilft ein Vergleich: Behandle die KI wie eine kluge neue Kollegin. Sie kann viel, kennt aber Dein Projekt und Deine Vorlieben noch nicht.

Der Vergleich stammt von den Herstellern selbst. OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, spricht von der Übergabe an einen neuen Praktikanten. Anthropic, das Unternehmen hinter Claude, spricht von einem brillanten, aber neuen Mitarbeiter.

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Was sind Prompt Engineering und Context Engineering?

Prompt Engineering ist das gezielte Ausarbeiten, Testen und Verbessern von Prompts, bis die KI verlässlich das gewünschte Ergebnis liefert. Im Alltag meinen Prompting und Prompt Engineering meist dasselbe.

Context Engineering heißt, der KI gezielt die Informationen mitzugeben, die sie für eine Aufgabe braucht: Anweisungen, Unterlagen, den bisherigen Gesprächsverlauf und Werkzeuge wie die Websuche.

Anthropic nennt Context Engineering die natürliche Weiterentwicklung des Prompt Engineering, die Formulierung des Prompts ist nur noch ein Teil davon.

Was Dich in diesem Artikel erwartet, siehst Du hier auf einen Blick:

Infografik: Prompting lernen mit 12 Techniken, die heute zählen, mit den vier Teilen eines guten Prompts (Ziel, Kontext, Format, Grenzen), zwei Änderungen bei den aktuellen KI-Modellen, vier alten Tricks und was heute gilt sowie allen zwölf Techniken von Kontext geben bis Agenten beauftragen

Wie ist ein guter Prompt aufgebaut? Ziel, Kontext, Format, Grenzen

Ein guter Prompt hat vier Teile: Ziel, Kontext, Format und Grenzen. Die Einteilung stammt aus der ChatGPT-Dokumentation von OpenAI.

  • Ziel: Was soll die KI tun?
  • Kontext (der Hintergrund): Welche Informationen und Unterlagen helfen ihr? Für wen ist das Ergebnis?
  • Format (die Ausgabe): Welche Form, welche Länge und welchen Ton soll die Antwort haben?
  • Grenzen: Was muss unverändert bleiben? Was soll die KI nicht tun oder vorher abklären?

Eine starre Formel ist das nicht, Du brauchst nicht jedes Mal alle vier Teile. Für eine einfache Frage reicht ein Satz. Bei großen oder wichtigen Aufgaben hilft Dir das Grundgerüst, an alles Wichtige zu denken.

Fast dieselben Teile nennt Google, der Hersteller von Gemini: Rolle (bei Google „Persona“), Aufgabe, Kontext und Format. Die Rolle legt fest, als wer die KI antworten soll.

Solche Grundgerüste heißen oft auch Prompt-Framework.

Wie viel das Grundgerüst ausmacht, zeigt ein eigener Versuch in ChatGPT mit einer Einladung zur Weihnachtsfeier. Wie alle Versuche in diesem Guide haben wir ihn nur einmal gemacht, er ist also ein Beispiel und kein Beweis.

Vorher: ein Satz ohne Angaben

„Schreib eine Einladung zur Weihnachtsfeier.“

ChatGPT lieferte einen E-Mail-Entwurf, länger als eine Bildschirmseite, mit allgemeinen Sätzen über einen gemütlichen Abend. Wo eine Angabe fehlte, stand ein Platzhalter: bei Datum, Uhrzeit, Ort und Anmeldeschluss.

Prompting lernen am Beispiel: vager Prompt in ChatGPT, vier Platzhalter im Entwurf rot markiert

Erfunden hat ChatGPT nichts, nachgefragt aber auch nicht. Für eine kurze Nachricht im Team-Chat müsstest Du den Entwurf erst ausfüllen und stark kürzen.

Nachher: derselbe Auftrag mit vier Teilen

Der zweite Prompt nennt Ziel, Kontext (hier unter „Hintergrund“), Format und eine Grenze. Du kannst ihn kopieren und auf Deinen Anlass umschreiben:

Schreib eine Einladung zur Weihnachtsfeier unseres Teams.

Hintergrund: Wir sind 12 Kolleginnen und Kollegen in einem Planungsbüro und duzen uns. Die Feier ist am Freitag, 11. Dezember, ab 18 Uhr im Restaurant Lindenhof. Das Essen zahlt die Firma, Getränke zahlt jeder selbst. Ich brauche bis zum 27. November eine Zu- oder Absage, weil ich den Tisch bestätigen muss.

Format: eine kurze Nachricht für unseren Team-Chat, höchstens 80 Wörter, locker und herzlich, ohne Emojis. Der Termin und die Frist sollen sofort ins Auge fallen.

Erfinde keine weiteren Details. Wenn Dir eine Angabe fehlt, frag nach.

Die Antwort war eine fertige Nachricht mit rund 70 Wörtern, per Du und ohne Emojis. Ein Platzhalter kam nicht mehr vor.

Alle Angaben stimmten, Termin und Frist hatte ChatGPT fett gesetzt. Das Bild zeigt oben nur das Ende des Prompts, darunter die Antwort.

Antwort von ChatGPT auf den ausführlichen Prompt: Termin, Restaurant und Rückmeldefrist sind rot unterstrichen

Wie Du auch anspruchsvolle Aufgaben an die KI übergibst, lernst Du Schritt für Schritt im Profi Prompting Kurs.

Was hat sich beim Prompting seit 2025 geändert? Alte Tricks und was heute zählt

Zwei Dinge haben sich geändert: Die aktuellen KI-Modelle überlegen vor der Antwort selbst, und sie befolgen Anweisungen genauer als ihre Vorgänger. So beschreiben es OpenAI und Anthropic für ihre Modelle.

Ein KI-Modell, auch Sprachmodell genannt, ist das Programm, das hinter ChatGPT, Claude oder Gemini die Antworten erzeugt. Tricks, die ältere Modelle zum Nachdenken oder zum Gehorchen bringen sollten, laufen bei den neuen oft ins Leere. Gleichzeitig nimmt Dich die KI stärker beim Wort: Wünschst Du Dir eine ausführliche Antwort mit Beispielen, musst Du das dazusagen.

Früher verbreiteter TippHeuteBeleg
„Denke Schritt für Schritt“ anhängenBei Modellen mit eingebautem Nachdenken überflüssig. Du wählst den Denkaufwand (Technik 8).OpenAI, Wharton-Studie zu „Schritt für Schritt“ (2025)
„Du bist ein Experte mit 20 Jahren Erfahrung“Eine Rolle ändert Ton und Blickwinkel. Richtiger macht sie die Antworten laut Studie nicht. Beschreibe Deine Lage (Technik 1).Wharton-Studie zu Experten-Rollen (2025), Anthropic
Drohen oder Trinkgeld versprechenHat im Schnitt keinen bedeutsamen Effekt auf die Leistung.Wharton-Studie zu Drohungen und Trinkgeld (2025)
Besonders höflich bitten, damit die Antwort besser wirdHilft nicht verlässlich. In der Studie half ein höflicher Ton bei manchen Fragen und schadete bei anderen.Wharton-Studie zu Höflichkeit (2025)
Befehlston in Großbuchstaben, etwa „KRITISCH: Du MUSST …“Für feste Vorgaben rät Anthropic, solche Formulierungen durch normale Sprache zu ersetzen. Nenne lieber den Grund (Technik 2).Anthropic
Die KI errät schon, was gemeint istDie Modelle befolgen Anweisungen genauer. Fragst Du „Kannst du Änderungen vorschlagen?“, bekommst Du bei Claude manchmal nur Vorschläge, auch wenn Du die Änderung selbst wolltest. Schreib dann „Ändere …“.Anthropic, OpenAI
Die Anweisung gehört immer an den AnfangBei langen Unterlagen kommt erst das Material und die Frage ans Ende (Technik 7).Anthropic, Google
Je länger der Prompt, desto besserZu viel Text senkt die Treffsicherheit. Hinein gehört, was das Ergebnis ändert.Anthropic

Beim Prompten kommt es laut OpenAI darauf an, klar zu sagen, was die Aufgabe ist, was die KI dafür wissen muss und wann das Ergebnis gelungen ist. Die alten Kniffe aus der Tabelle brauchst Du dafür nicht mehr.

Beachte: Die Studien der Wharton Generative AI Labs (University of Pennsylvania) sind von 2025 und haben die Modelle von damals getestet. Die aktuellen Hinweise der Hersteller gehen aber in dieselbe Richtung.

Welche Prompting-Techniken gibt es? Alle 12 im Überblick

Die wichtigsten Prompting-Techniken sind: Kontext geben, den Grund nennen, das Format vorgeben, Rückfragen stellen lassen, Beispiele mitgeben (Few-Shot) und den Prompt von der KI schreiben lassen (Meta-Prompting).

Dazu kommen sechs weitere, die Tabelle zeigt alle zwölf. Sie stützen sich auf die aktuellen Leitfäden von OpenAI, Anthropic und Google.

TechnikHilft besonders, wenn …
1. Kontext geben statt nur eine RolleAntworten zu allgemein ausfallen
2. Den Grund nennendie KI Regeln zu eng oder zu weit auslegt
3. Das Format vorgebendas Ergebnis jedes Mal anders aussieht
4. Rückfragen stellen lassenDir selbst noch Angaben fehlen
5. Beispiele mitgebenTon oder Stil schwer zu beschreiben sind
6. Den Prompt von der KI schreiben lassenDu weißt, was Du willst, aber nicht, wie Du es formulierst
7. Lange Unterlagen richtig einfügendie KI lange Texte auswerten soll
8. Den Denkaufwand wählendie Aufgabe knifflig ist
9. Im Gespräch nachschärfendas Ergebnis fast passt
10. Lange Prompts diktierenDu viel Hintergrund mitgeben willst
11. Feste Vorgaben hinterlegenDu in jedem Chat dasselbe erklärst
12. Aufgaben zerlegen, Agenten beauftragendie Aufgabe groß ist oder die KI länger selbstständig arbeitet

Die Techniken bauen nicht aufeinander auf, und Du solltest nicht alle auf einmal einsetzen. Die meisten sind reine Formulierungssache und brauchen nur das Eingabefeld.

Technik 1: Kontext geben statt nur eine Rolle

Beschreibe der KI Deine Lage. Zum Kontext gehört, worum es geht, für wen das Ergebnis ist und welche Bedingungen gelten.

Lange galt eine Rolle, also ein Satz wie „Du bist ein Experte für …“, als Pflicht in jedem Prompt. Eine Studie der Wharton Generative AI Labs (2025) hat das mit sechs Modellen und schweren Fachfragen geprüft: Passende Experten-Rollen machten die Antworten nicht verlässlich richtiger.

Aufwendige Rollen-Prompts sind laut Anthropic oft unnötig. Nützlich bleibt eine Rolle für Ton und Blickwinkel, zum Beispiel „Lies meinen Text als kritische Lektorin und nenne die drei schwächsten Stellen“.

Beispiel: Rolle gegen Kontext

Den Unterschied haben wir in Gemini ausprobiert, zuerst nur mit einer Rolle:

„Du bist ein weltweit führender Marketing-Experte mit 20 Jahren Erfahrung. Gib mir drei Ideen, wie ein kleines Café mehr Gäste am Vormittag gewinnt.“

Gemini antwortete lang und in Berater-Sprache, mit Begriffen wie „Gewohnheitsbildung“ und „Verweildauer-Monetarisierung“.

Die Ideen passen zu jedem beliebigen Café, denn mehr als „klein“ weiß Gemini über das Café nicht. Die Beispielpreise sind ausgedacht.

Rollen-Prompt in Gemini: unterstrichen sind der Experten-Satz im Prompt und drei Fachwörter in der Antwort

Das „TL;DR“ (Kurzfassung) am Anfang kann auch von festen Vorgaben stammen, die in unserem Konto gespeichert sind (Technik 11).

Dann derselbe Auftrag ohne Rolle, dafür mit Kontext:

„Gib mir drei Ideen, wie ein kleines Café mehr Gäste am Vormittag gewinnt. Das Café hat 20 Plätze, liegt neben einer Berufsschule und einem Ärztehaus, ist zwischen 9 und 11 Uhr fast leer und hat kein Budget für Werbung. Die Inhaberin steht allein hinter der Theke. Jede Idee in zwei Sätzen, mit dem ersten Schritt für morgen.“

Jetzt kamen drei Ideen, die nur zu diesem Café passen. Darunter waren eine Bestellrunde per WhatsApp für die Praxis-Teams im Ärztehaus und eine „Freistunden-Flat“ für Berufsschüler und Lehrkräfte.

Bei jeder Idee stand ein erster Schritt für morgen. Auch die 20 Plätze aus dem Prompt hat Gemini aufgegriffen.

Prompt mit Kontext in Gemini: die drei Ideen-Titel und „20 Sitzplätze“ sind rot unterstrichen

Preise wie die 4,50 Euro im Bild hat sich Gemini auch hier ausgedacht. Die Vorgabe „zwei Sätze“ hat Gemini großzügig ausgelegt.

Technik 2: Den Grund für eine Vorgabe nennen

Sag der KI, warum eine Vorgabe gilt. Kennt die KI den Grund, kann sie die Vorgabe auch auf ähnliche Fälle übertragen.

Ein Verbot in Großbuchstaben verrät der KI nicht, für wen sie schreibt. Wir haben das in Claude ausprobiert, zuerst mit einem Befehl ohne Grund:

„Erkläre in fünf Sätzen, wie eine Wärmepumpe funktioniert. VERWENDE KEINE FACHBEGRIFFE!!!“

Claude hielt sich an das Verbot, schrieb aber fünf lange Sätze mit im Schnitt rund 22 Wörtern. Sie beschreiben den technischen Ablauf genau: Eine Flüssigkeit verdampft, der Dampf wird zusammengedrückt.

Claude antwortet auf den Befehl in Großbuchstaben: Befehl, „verdampft“ und „zusammengedrückt“ sind rot unterstrichen

Dann derselbe Auftrag mit Grund und Leserin:

„Erkläre in fünf Sätzen, wie eine Wärmepumpe funktioniert. Der Text ist für meine Mutter, sie ist 72 und überlegt, ihre Ölheizung zu ersetzen. Deshalb bitte ohne Fachbegriffe, mit einem Vergleich aus dem Alltag und in kurzen Sätzen.“

Diesmal kamen fünf kurze Sätze mit im Schnitt rund 14 Wörtern. Der Vergleich mit dem Kühlschrank stand gleich im ersten, vom Verdampfen war keine Rede mehr.

Aus der Begründung hat Claude auch abgeleitet, was nicht im Prompt stand. Die Antwort spricht die Leserin mit „Ihren Heizkörpern“ direkt an und greift mit „Statt Öl braucht sie nur Strom“ die Ölheizung auf.

Prompt mit Grund in Claude: Kühlschrank-Vergleich, Anrede und Bezug auf Öl sind rot unterstrichen

Großbuchstaben und Ausrufezeichen kannst Du Dir sparen. Google rät für Gemini, die KI nicht überreden zu wollen.

Für feste Vorgaben (Technik 11) rät Anthropic bei Befehlen wie „KRITISCH: Du MUSST …“ zu normaler Sprache. Neuere Claude-Modelle reagieren auf solche Vorgaben stärker als ältere.

Technik 3: Das Format ausdrücklich vorgeben

Gib vor, wie die Antwort aussehen soll, also Form, Länge und Ton. Sonst entscheidet die KI nach ihrer Voreinstellung.

Das aktuelle Spitzenmodell von OpenAI neigt laut Entwickler-Dokumentation zu Listen, Tabellen und Formatierung. Gemini-Modelle antworten laut einem Leitfaden von Google von sich aus direkt und knapp.

In unserem Versuch aus Technik 1 fiel die Antwort von Gemini trotzdem lang aus. Verlass Dich also nicht auf die Voreinstellung.

Sag beim Format, was die KI tun soll. „Schreib in fließenden Absätzen“ wirkt besser als ein Verbot wie „Keine Listen“.

Nenne außerdem den Zweck, zum Beispiel „eine Seite, die meine Chefin vor dem Termin überfliegen kann“. Das hilft der KI, Länge, Detailtiefe und Aufbau passend zu wählen.

In unserem Versuch in Gemini sah eine genaue Format-Vorgabe so aus:

„Vergleiche Homeoffice und Büroarbeit für ein Team, das gerade entscheidet, ob es zwei feste Bürotage einführt. Gib mir eine Tabelle mit vier Zeilen (Konzentration, Abstimmung im Team, Fahrzeit, Kosten für die Beschäftigten) und den Spalten Homeoffice und Büro, je Zelle höchstens zehn Wörter. Darunter eine Empfehlung in zwei Sätzen als Fließtext.“

Gemini hielt sich daran: vier Zeilen, die Spalten Homeoffice und Büro, je Zelle acht bis neun Wörter, darunter die Empfehlung als Fließtext.

Antwort von Gemini mit der verlangten Tabelle aus vier Zeilen und den Spalten Homeoffice und Büro, rot umrahmt

Technik 4: Rückfragen stellen lassen

Lass die KI zuerst fragen, bevor sie schreibt. So holt sie sich die Angaben, die in Deinem Auftrag fehlen, und Du musst nicht vorher an alles denken.

Dazu rät OpenAI in einem Leitfaden. Das aktuelle Spitzenmodell fragt laut Hersteller bei unklarer Absicht eher von sich aus nach.

Im Versuch mit der Weihnachtsfeier hat ChatGPT auf den vagen Prompt hin trotzdem nichts gefragt und Platzhalter gesetzt. Bitte deshalb ausdrücklich um Fragen:

„Ich möchte einen Aushang für unseren Hausflur schreiben, weil im Fahrradkeller Chaos herrscht. Bevor Du schreibst: Stell mir bis zu fünf kurze Fragen zu allem, was Du für einen wirklich passenden Aushang wissen musst. Warte dann auf meine Antworten.“

ChatGPT stellte fünf Fragen und wartete, zum Beispiel zum genauen Problem, zum Ton und zum Absender.

ChatGPT stellt fünf Rückfragen zum Aushang, die Fragen sind rot unterstrichen

Wir haben die fünf Fragen in einer kurzen Nachricht beantwortet, mit ausgedachten Angaben wie einem Aufräumtag am Samstag, 7. November, und der Unterschrift „Eure Hausgemeinschaft“. Daraus schrieb ChatGPT den fertigen Aushang.

Unsere Antworten auf die Rückfragen in ChatGPT, darunter der Aushang mit rot markierter Terminzeile

Beim Termin hat ChatGPT die Jahreszahl 2026 von sich aus ergänzt. Sie stimmte, gefragt war sie aber nicht. Lies deshalb auch nach Rückfragen jedes Ergebnis gegen.

Technik 5: Beispiele mitgeben (Few-Shot) und die Nebenwirkung kennen

Ein Beispiel zeigt der KI, was sich schwer beschreiben lässt: Ton, Länge und Aufbau.

Few-Shot-Prompting heißt, der KI im Prompt ein oder mehrere Beispiele mitzugeben. Ein Prompt ohne Beispiel heißt Zero-Shot.

Beispiele haben eine Nebenwirkung. Moderne Modelle achten laut Anthropic sehr genau auf Details in Beispielen. So landet leicht etwas in der Antwort, das Du gar nicht gemeint hast.

Gib deshalb zunächst ein Beispiel mit, wenn es um Ton oder Stil geht, und schreib dazu, was die KI davon übernehmen soll:

Schreib eine Produktbeschreibung für eine Thermoskanne aus Edelstahl, 1 Liter, hält 12 Stunden warm.

So klingt eine Beschreibung aus unserem Shop. Übernimm nur den Ton und die Länge, nicht den Aufbau und keine Aussagen aus dem Beispiel:

„Der Kaffeebecher, der mitkommt. 350 ml, doppelwandig, passt in jeden Getränkehalter. Morgens einfüllen, mittags noch heiß trinken. Der Deckel schließt dicht, auch wenn die Tasche mal umkippt.“

Auf den zweiten Absatz kommt es an, denn das Beispiel nennt einen Getränkehalter und einen dichten Deckel. Beides muss für die Thermoskanne nicht stimmen und soll nicht in die neue Beschreibung wandern.

Wie viele Beispiele gut sind, sehen die Hersteller unterschiedlich:

Technik 6: Den Prompt von der KI schreiben lassen (Meta-Prompting)

Meta-Prompting heißt, dass die KI Deinen Prompt schreibt oder verbessert. Du lieferst Stichworte, die KI macht daraus einen sauberen Auftrag.

Du gibst rohe Notizen ein, lässt Dir Fragen stellen und danach Dein Vorhaben von der KI wiedergeben. Zum Schluss fragst Du nach Lücken. So beschreibt OpenAI den Ablauf.

Ein Beispiel für einen Auftrag, den Du jede Woche brauchst:

Hilf mir, einen guten Prompt zu schreiben. Ich nenne dir gleich in Stichworten, was ich vorhabe. Stell mir zuerst die Fragen, die du brauchst, und schreib danach einen fertigen Prompt mit den Abschnitten Ziel, Kontext, Format und Grenzen.

Mein Vorhaben: Ich brauche jeden Montag eine kurze Zusammenfassung der Notizen aus unserer Teambesprechung für alle, die nicht dabei waren.

Den fertigen Prompt speicherst Du, zum Beispiel in einer Notiz. Ab dann fügst Du jeden Montag nur noch die neuen Besprechungsnotizen ein.

Vertrauliches wie Kundendaten oder Personalthemen lässt Du dabei weg.

Meta-Prompting hilft laut OpenAI nicht, wenn die Aufgabe einfach ist, wenn das nötige Material fehlt oder wenn Du selbst noch nicht weißt, was herauskommen soll.

Technik 7: Lange Unterlagen richtig einfügen

Bei langen Texten kommt erst das Material und dann die Frage. Füge das Dokument oben ein und stell Deine eigentliche Frage ganz ans Ende.

Diese Reihenfolge empfehlen Anthropic und Google für lange Dokumente. In Tests von Anthropic verbesserte sie die Antworten um bis zu 30 Prozent, vor allem bei komplexen Aufgaben mit mehreren Dokumenten.

Zusätzlich hilft ein Überleitungssatz wie „Auf Grundlage der Informationen oben …“.

Bei einem kurzen Prompt oder einer angehängten Datei musst Du nichts umstellen.

Wichtig: Füge keine vertraulichen Unterlagen ein, zum Beispiel Protokolle mit Kundendaten (mehr unter Was nicht in einen Prompt gehört).

Zwei weitere Handgriffe helfen:

  • Erst zitieren lassen: Bitte die KI, zuerst die passenden Stellen wörtlich zu zitieren und erst danach zu antworten (Anthropic).
  • Material abgrenzen: Trenne den eingefügten Text klar vom Auftrag, mit einer Überschrift oder einer beschrifteten Klammer wie <notizen> … </notizen>, einem sogenannten XML-Tag. Moderne Modelle verstehen eine Gliederung laut Anthropic aber auch ohne solche Tags.

Eine Vorlage zum Kopieren:

[Text des Protokolls]

Auf Grundlage des Textes oben: Welche Aufgaben verteilt das Protokoll, und wer muss was bis wann erledigen? Zitiere zuerst wörtlich die Stellen, auf die du dich stützt, und antworte danach als Liste. Wenn der Text zu einer Aufgabe keinen Termin nennt, schreib das dazu.

Nur einfügen, was zählt

Jede KI hat ein Kontextfenster, also eine Höchstmenge an Text, die sie in einem Gespräch gleichzeitig berücksichtigen kann.

Je voller es wird, desto schlechter findet die KI laut Anthropic einzelne Angaben wieder. Ähnlich lautet der Rat von OpenAI, nur die wichtigen Quellen anzuhängen und zu sagen, was die KI aus jeder nehmen soll.

Technik 8: Den Denkaufwand wählen statt „Denke Schritt für Schritt“

Den Zusatz „Denke Schritt für Schritt“ brauchst Du bei den aktuellen Modellen meist nicht mehr. Sie überlegen vor der Antwort von selbst. Wie gründlich, stellst Du über den Denkaufwand ein.

Einstellen kannst Du ihn in ChatGPT, Claude und Gemini am Eingabefeld. Je nach Tarif kann die Auswahl bei Dir anders aussehen.

Starte mit der Voreinstellung. Erhöhe den Denkaufwand erst, wenn eine Aufgabe mehr Planung oder Analyse braucht. Mehr Aufwand kann bei schwierigen Aufgaben bessere Ergebnisse bringen, dauert aber länger.

So empfiehlt es OpenAI für seinen Arbeitsmodus ChatGPT Work.

Denkaufwand in ChatGPT

In ChatGPT steht die aktuelle Stufe rechts im Eingabefeld. In unseren Versuchen stand dort Medium.

Klicke darauf, dann öffnet sich ein Regler. Solange er offen ist, steht im Feld Denkaufwand.

Eingabefeld von ChatGPT: Regler mit der Stufe Medium und Feld Denkaufwand, beide rot markiert

Ob Du den Regler siehst, hängt von Deinem Tarif ab. Welche Stufe wofür passt und was in welchem Tarif zur Auswahl steht, zeigt unser Artikel über den Denkaufwand in ChatGPT.

Denkaufwand in Claude

In Claude heißt die Einstellung Aufwand:

  1. Klicke unter dem Eingabefeld auf den Namen des Modells.
  2. Klicke in der Liste auf die Zeile Aufwand.
  3. Wähle eine der fünf Stufen: Niedrig, Mittel, Hoch, Extra hoch oder Maximal.

Über den Stufen erklärt Claude: „Höherer Aufwand bedeutet gründlichere Antworten, dauert aber länger und verbraucht Ihre Limits schneller.“ Limits sind die Nutzungsgrenzen Deines Tarifs.

Feld Aufwand in Claude mit Erklärtext und fünf Stufen, die Stufe Mittel mit dem Hinweis Empfohlen ist rot markiert

Rot markiert ist die Stufe Mittel mit dem Hinweis „Empfohlen“. Der Haken zeigt, was in unserem Konto eingestellt war.

Denkaufwand in Gemini

In Gemini klickst Du rechts im Eingabefeld auf den Knopf mit dem gewählten Modus. Er steht direkt links neben dem Mikrofon. Im Menü standen bei uns unter den Modellen drei Stufen:

  • Niedrig: „Schnell und effizient“
  • Mittel: „Ausgewogener Tiefgang“
  • Hoch: „Besonders gründlich“

Chain of Thought: Was hinter „Denke Schritt für Schritt“ steckt

Chain of Thought ist eine Prompting-Technik, bei der die KI ihre Überlegungen in Schritten aufschreibt, bevor sie antwortet. Der Zusatz „Denke Schritt für Schritt“ sollte genau das auslösen.

Bei Modellen mit eingebautem Nachdenken ist der Zusatz laut OpenAI unnötig und kann manchmal sogar stören. Bei schweren Aufgaben kann eine einfache Bitte wie „Denk sehr gründlich nach“ helfen, schreibt Google. Sie bringt laut Anthropic oft mehr als ein vorgeschriebener Schritt-Plan.

Dazu passt eine Studie der Wharton Generative AI Labs (2025): Bei Modellen mit eingebautem Nachdenken brachte der Zusatz höchstens wenig, die Antwort dauerte aber deutlich länger.

Antwortet die KI ohne Nachdenken, etwa auf der schnellsten Stufe in ChatGPT, kann „Denke Schritt für Schritt“ bei kniffligen Aufgaben weiterhin etwas bringen.

Technik 9: Im Gespräch nachschärfen

Ein Prompt darf beim ersten Versuch unfertig sein. Lies das Ergebnis und sag gezielt, was sich ändern soll. Dazu raten alle drei Hersteller, zum Beispiel OpenAI.

Gezielt heißt, dass Du die Stelle und die Änderung nennst und der Rest bleibt, zum Beispiel so:

„Kürze den zweiten Absatz auf einen Satz. Lass alles andere unverändert.“

Manchmal schlägt ChatGPT den nächsten Schritt selbst vor. In unserem Versuch standen unter der Einladung zur Weihnachtsfeier zwei Folge-Prompts zum Anklicken: „Ergänze die Rückmeldeoption“ und „Formuliere die Kostenregelung klarer“.

Unter der Antwort von ChatGPT stehen zwei vorgeschlagene Folge-Prompts, rot umrahmt

Bei wichtigen Aufgaben lohnt sich eine Schlusskontrolle: Du sagst der KI, was sie am Ende selbst noch prüfen und Dir melden soll. Dazu rät OpenAI, bei einer Aufgabenliste zum Beispiel so:

„Prüfe zum Schluss, ob jede Aufgabe einen Namen und einen Termin hat. Nenne alles, was du nicht belegen konntest.“

Gegenlesen musst Du das Ergebnis trotzdem selbst.

Wird ein sehr langer Chat ungenau, kann das am vollen Kontextfenster liegen (Technik 7). Dann hilft ein Neustart: Lass Dir den Stand zusammenfassen und mach damit in einem neuen Chat weiter.

„Fasse den Stand dieses Chats in fünf Sätzen zusammen, damit ich in einem neuen Chat weitermachen kann: Ziel, getroffene Entscheidungen und offene Punkte.“

Technik 10: Lange Prompts diktieren

Längere Aufträge kannst Du einsprechen. Das lohnt sich, wenn Du viel Hintergrund mitgeben willst. Beim Diktieren wandelt die KI Deine Sprache in Text um.

In der Desktop-App von ChatGPT läuft das laut OpenAI so: Diktieren anklicken, sprechen, den Text im Eingabefeld prüfen und absenden.

In ChatGPT im Browser sitzt das Mikrofon-Symbol rechts im Eingabefeld:

Eingabefeld von ChatGPT in einem temporären Chat, das Mikrofon-Symbol zum Diktieren ist rot markiert

Auch Gemini zeigte bei uns ein Mikrofon-Symbol im Eingabefeld. Gut kombinieren lässt sich das Diktieren mit Technik 6: Sprich Deine Gedanken ungeordnet ein und lass die KI daraus den Prompt bauen.

Hinweis: Diktieren ist etwas anderes als der Sprachchat, in dem die KI mit Stimme antwortet.

Technik 11: Feste Vorgaben hinterlegen

Was in jedem Chat gelten soll, hinterlegst Du einmal als feste Vorgabe. Dann musst Du Anrede, Schreibstil oder den Hintergrund zu Deiner Arbeit nicht in jeden Prompt schreiben.

Dazu rät zum Beispiel OpenAI. Diese Funktionen gibt es dafür:

Mit den eigenen Anweisungen anfangen

Für den Anfang reichen wenige Sätze in den eigenen Anweisungen, zum Beispiel:

Ich arbeite in der Verwaltung eines Handwerksbetriebs und schreibe viele E-Mails an Kunden. Duze mich. Antworte kurz und ohne Fachbegriffe. Wenn dir für eine Aufgabe Angaben fehlen, frag nach, statt zu raten.

Feste Vorgaben wirken in jede Antwort hinein, auch wenn Du gerade nicht daran denkst. Sieh Deine festen Vorgaben deshalb ab und zu durch und streiche, was nicht mehr passt oder sich widerspricht.

Technik 12: Große Aufgaben zerlegen und Aufträge für Agenten schreiben

Eine große Aufgabe teilst Du im normalen Chat in mehrere Prompts. Einem Agenten, also einer KI, die selbstständig über viele Schritte arbeitet, beschreibst Du dagegen das Ergebnis und die Grenzen und überlässt ihm den Weg.

Prompt Chaining (auf Deutsch Prompt-Kette) heißt, eine große Aufgabe in mehrere aufeinanderfolgende Prompts zu teilen. Du lässt zum Beispiel erst gliedern, dann schreiben und zum Schluss prüfen.

Das dauert laut Anthropic länger, bringt bei komplexen Aufgaben aber oft deutlich genauere Ergebnisse.

Aufträge für Agenten schreiben

Ein Agent ist eine KI, die eine Aufgabe selbstständig erledigt und dabei Werkzeuge nutzt, zum Beispiel die Websuche, Dateien oder verbundene Apps. Für ihn beschreibst Du, was am Ende vorliegen soll, wie Du es prüfen willst und was er nicht tun darf.

Nenne dabei nur die ein bis zwei Grenzen, die wirklich zählen, rät OpenAI. Einzelne Schritte gibst Du nur vor, wenn der Weg selbst wichtig ist.

Ein solcher Auftrag in Alltagssprache:

Ziel: Ich will entscheiden, welches von drei Ausflugszielen sich für unseren Betriebsausflug im Mai am besten eignet: [Ziel 1], [Ziel 2] oder [Ziel 3].

Erledigt ist die Aufgabe, wenn ich eine Tabelle mit den drei Zielen habe (Anfahrt mit der Bahn ab [Ort], Kosten pro Person, Programm vor Ort) und eine begründete Empfehlung für 15 Personen mit 40 Euro Budget pro Person.

Nutze die Websuche und nenne zu jeder Angabe die Quelle.

Grenzen: Wenn eine Angabe fehlt oder Quellen sich widersprechen, schreib das dazu. Buche und reserviere nichts.

Kann die KI etwas senden, veröffentlichen, ändern oder löschen, gehört eine weitere Grenze dazu: Sie soll vorher Deine Zustimmung einholen. Dafür reicht laut OpenAI ein Satz wie „Bereite die Nachricht als Entwurf vor, sende sie nicht“.

Wie solche Arbeitsmodi funktionieren, zeigen unsere Artikel zu ChatGPT Work und Claude Cowork.

ChatGPT, Claude und Gemini: Wo unterscheidet sich das Prompten?

Die Grundregeln sind bei allen drei Assistenten gleich. Du nennst die Aufgabe, gibst Kontext mit und sagst, welches Format Du willst. Die Leitfäden der Hersteller setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte.

Die Angaben stammen aus den Leitfäden und Hilfeseiten der Hersteller und aus unserer Ansicht der Oberflächen (Stand 13.10.2026). Mit dem nächsten Modell können sie sich ändern.

PunktChatGPTClaudeGemini
Grundgerüst des HerstellersZiel, Kontext, Format, Grenzenklar und direkt, Kontext mit Begründung, BeispieleRolle, Aufgabe, Kontext, Format
Eigenheit laut Herstellerdas aktuelle Spitzenmodell neigt zu Listen und Tabellen und fragt eher nachsetzt Anweisungen sehr genau umantwortet laut Leitfaden direkt und knapp
Was Du deshalb dazuschreibstFließtext verlangen, wenn Du keine Listen willst„Ändere …“ schreiben, wenn Du die Änderung willst und nicht nur VorschlägeLänge ausdrücklich vorgeben, ob kurz oder ausführlich
Feste VorgabenBenutzerdefinierte Anweisungen, Projekte, SkillsAnweisungen für Claude, Projekte, SkillsAnweisungen für Gemini, Gems (eigene Assistenten), Skills

Um Bilder geht es in diesem Guide nicht. Beispiele für Bild- und Video-Prompts findest Du bei den Prompt-Tipps im Higgsfield-Tutorial.

Typische Fehler beim Prompten und ihre Lösung

Typische Fehler beim Prompten sind fehlende Angaben, ein fehlendes Ziel und zu viele Aufgaben in einem Prompt. Die Tabelle stützt sich auf die Fehlerliste von Anthropic, einen Leitfaden von OpenAI und unsere eigenen Versuche.

ProblemWahrscheinliche UrsacheLösung
Die Antwort ist zu allgemeinZiel und Zielgruppe fehlensagen, für wen und wofür, und ausdrücklich Tiefe verlangen
Im Entwurf stehen Platzhalter oder ungefragte Ergänzungen, etwa eine JahreszahlAngaben fehlen im PromptAngaben mitgeben oder Rückfragen verlangen (Technik 4), Ergebnis gegenlesen
Die KI erfindet etwasder Prompt erlaubt der KI nicht zu sagen, dass sie etwas nicht weiß, und sie hat keine QuelleUnsicherheit erlauben und Quellen verlangen (Grenzen)
Die KI bearbeitet mehrere Aufgaben, aber jede nur oberflächlichzu viele Aufgaben in einem Prompteine Aufgabe, ein Ergebnis, den Rest in weitere Prompts

Grenzen: Halluzinationen und was nicht in einen Prompt gehört

Auch der beste Prompt macht eine KI nicht fehlerfrei. Eine Halluzination ist eine falsche Angabe, die eine KI überzeugt wie eine Tatsache hinstellt.

Typisch sind laut OpenAI falsche Daten und Fakten sowie erfundene Zitate, Studien und Quellen. Das betrifft auch die fortschrittlichsten Modelle.

So senkst Du das Risiko:

  • Erlaube der KI im Prompt zu sagen, dass sie etwas nicht weiß.
  • Lass sie nur mit den Unterlagen arbeiten, die Du mitgibst, und fehlende Angaben markieren, statt zu raten.
  • Verlange für aktuelle Themen die Websuche mit Quellen, denn das Wissen eines Modells endet an einem Stichtag.

Prüfen musst Du trotzdem selbst. Lies wichtige Zahlen und Zitate an einer verlässlichen Quelle nach, bevor Du ein Ergebnis weitergibst.

Was nicht in einen Prompt gehört

Passwörter, Kundendaten und andere vertrauliche Angaben gehören nicht in einen Prompt.

In Gemini sollst Du laut Google keine vertraulichen Informationen eingeben, die ein Prüfer nicht sehen soll. Von Menschen geprüfte Chats bewahrt Google bis zu drei Jahre auf.

In ChatGPT kannst Du unter Einstellungen > Datenkontrollen die Option Das Modell für alle verbessern ausschalten. Neue Unterhaltungen nutzt OpenAI dann nicht mehr zum Training.

In Claude legst Du in den Datenschutz-Einstellungen fest, ob Anthropic Deine Chats zur Verbesserung von Claude nutzen darf.

Prompting lernen und üben: So fängst Du an

Prompting lernst Du am besten durch Üben an einem echten Auftrag, der heute ohnehin ansteht. Fünf Schritte führen vom ersten Prompt bis zur festen Vorgabe:

  1. Schreib den Prompt mit dem Grundgerüst aus Ziel, Kontext, Format und Grenzen.
  2. Lass die KI vor dem Schreiben Rückfragen stellen (Technik 4).
  3. Schärfe das Ergebnis im selben Chat gezielt nach (Technik 9).
  4. Lege gelungene Prompts als Vorlage ab.
  5. Hinterlege als feste Vorgabe, was sich in jedem Chat wiederholt (Technik 11).

Richtig prompten üben: drei Aufgaben für den Einstieg

  • Vorher und nachher vergleichen: Nimm einen Prompt, den Du schon benutzt hast. Ergänze Kontext, Format und eine Grenze und vergleiche die beiden Antworten.
  • Zwei Assistenten testen: Gib denselben Prompt zum Beispiel in ChatGPT und in Claude ein. So siehst Du, ob sich Form und Länge der Antworten unterscheiden.
  • Einen Prompt bauen lassen: Lass die KI aus Stichworten einen Prompt für eine Aufgabe schreiben, die bei Dir jede Woche anfällt (Technik 6).

Prompting kostenlos weiterlernen

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Prompt-Vorlage zum Kopieren

Mit dieser Vorlage erstellst Du einen Prompt in fünf Zeilen: Ziel, Kontext, Format, Grenzen und die Bitte um Rückfragen. Ersetze die eckigen Klammern und streiche, was Du für Deine Aufgabe nicht brauchst.

Ziel: [Was soll entstehen?]

Kontext: [Worum geht es, für wen ist das Ergebnis, und wozu brauchst du es? Dazu Unterlagen, Zahlen oder der bisherige Text]

Format: [Form, Länge und Ton. Zum Beispiel: höchstens 120 Wörter, freundlich, in Du-Form]

Grenzen: [Was unverändert bleiben muss und was du nicht willst. Zum Beispiel: Erfinde keine Angaben]

Wenn dir für ein gutes Ergebnis etwas fehlt, stell mir zuerst bis zu drei Fragen.

Fazit

Prompting zu lernen lohnt sich weiterhin, auch wenn die KI-Modelle inzwischen selbst überlegen. Je klarer Dein Auftrag ist und je besser die mitgegebenen Informationen passen, desto brauchbarer wird das Ergebnis.

Für den Einstieg genügt das Grundgerüst aus Ziel, Kontext, Format und Grenzen. Welche der zwölf Techniken Du zusätzlich brauchst, merkst Du an Deinen eigenen Aufgaben.

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Häufige Fragen

Muss ich Prompting noch lernen, wenn die KI-Modelle immer besser werden?

Ja, Prompting bleibt wichtig. Die aktuellen KI-Modelle überlegen selbst und befolgen Anweisungen genauer als früher. Umso mehr hängt das Ergebnis davon ab, wie klar Dein Auftrag ist und welche Informationen Du mitgibst. Dieses gezielte Mitgeben von Informationen heißt Context Engineering, der Claude-Hersteller Anthropic nennt es die Weiterentwicklung des Prompt Engineering.

Muss ich programmieren können, um Prompting zu lernen?

Nein, für Prompting brauchst Du keine Programmierkenntnisse. Du schreibst oder sprichst Deinen Auftrag in normaler Sprache. OpenAI schreibt in der ChatGPT-Dokumentation ausdrücklich, dass weder eine technische Schreibweise noch eine starre Formel nötig ist.

Funktioniert derselbe Prompt bei ChatGPT, Claude und Gemini?

Meist ja, denn ChatGPT, Claude und Gemini brauchen dasselbe: einen klaren Auftrag, den nötigen Kontext und eine Angabe zum Format. Die Voreinstellungen unterscheiden sich aber. Gemini antwortet laut Google von sich aus eher knapp, das aktuelle Spitzenmodell von OpenAI neigt laut Hersteller zu Listen und Tabellen. Nenne deshalb Form und Länge ausdrücklich.

Kann die KI meinen Prompt selbst schreiben (Meta-Prompting)?

Ja, die KI kann Deinen Prompt schreiben oder Deinen Entwurf verbessern, das heißt Meta-Prompting. OpenAI empfiehlt dafür, rohe Notizen einzugeben und sich von ChatGPT Rückfragen stellen zu lassen. Meta-Prompting hilft nicht, wenn das Ziel unklar ist oder die nötigen Unterlagen fehlen.

Soll ich der KI eine Rolle geben, zum Beispiel „Du bist ein Experte“?

Eine Experten-Rolle wie „Du bist ein Experte“ macht die Antworten nicht verlässlich richtiger. Das ergab 2025 eine Studie der Wharton Generative AI Labs mit sechs KI-Modellen. Eine Rolle kann aber Ton und Blickwinkel steuern, etwa als „kritische Lektorin“. OpenAI und Anthropic raten vor allem, Lage und Zielgruppe zu beschreiben, bei Google bleibt die Rolle einer von vier Bausteinen.

Muss ich höflich zur KI sein, damit die Antworten besser werden?

Nein, Höflichkeit macht Antworten nicht verlässlich besser. In einer Studie der Wharton Generative AI Labs von 2025 half ein höflicher Ton bei manchen Fragen und schadete bei anderen. Schreib so, wie Du einer Kollegin schreiben würdest, dann ist der Auftrag klar und gut lesbar.

Wie lang sollte ein Prompt sein?

Ein Prompt sollte alles enthalten, was das Ergebnis ändern würde, und sonst nichts. Für einfache Fragen reicht oft ein Satz. Längere Prompts sind nicht automatisch besser: Laut Anthropic sinkt mit wachsender Textmenge die Fähigkeit der KI, Einzelheiten sicher wiederzufinden.

Wo kann ich Prompting kostenlos lernen?

Kostenlos lernst Du Prompting in den offiziellen Leitfäden der Hersteller: bei OpenAI in der ChatGPT-Dokumentation unter „Prompting“, bei Anthropic in den „Best Practices für das Prompting“ und bei Google im Leitfaden „Prompts schreiben leicht gemacht“. Die Leitfäden von Anthropic und Google gibt es auf Deutsch, die Seite von OpenAI ist englisch. Manche Abschnitte richten sich an Entwickler.

Jan Weber

Jan Weber schreibt Tutorials für WPerfolg.